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 * Spenden statt Handymast
 
* Wir müssen uns wehren
 

„Wo sind da die kirchlichen Werte Das Stift schweigt!!!

04.08 09:38 Print- Ausgabe

Von Cornelia Grobner aus Tulln an der Donau |
am 13.10.2010 | 73 mal gelesen |
3 Kommentare | 1 Bild 
Bezirks Blätter„Rechtlich gesehen haben wir keine Möglichkeit, gegen den Handymast vorzugehen“, ärgert sich der pensionierte Richter Fiala. „Aber wir appellieren an die Kirche, dieses Projekt nicht umzusetzen. Wo sind die kirchlichen Werte?
Die Pfarre St. Leopold braucht nach der Sanierung des Pfarr-
heims Geld.

Durch die Montage einer Mobil
„Rechtlich gesehen haben wir keine Möglichkeit,
gegen den Handymast vorzugehen“, ärgert sich der
pensionierte Richter Fiala. „Aber wir appellieren an
die Kirche, dieses Projekt nicht umzusetzen. Wo
sind die kirchlichen Werte?" Funkanlage im Kirchturm will sie sich jährlich ein Zusatzeinkommen sichern. Das entsetzt viele Anrainer.
 
KLOSTERNEUBURG (cog). Von ihrem Schlafzimmerfenster blicken die Fialas aus Klosterneuburg direkt auf den Kirchturm der etwas tiefer als ihr Haus stehenden Kirche St. Leopold. Seit bekannt wurde, dass darin ein Mobilfunkmast installiert werden soll,
hat das Ehepaar ein Problem – und ist damit nicht allein, wie eine Unterschriftenaktion beweisen soll.
„Wir fühlen uns von der Heimlichtuerei rund um diese Pläne vor den Kopf gestoßen“, so Alexander Fiala, der Angst um die Gesundheit seiner Familie hat und auch auf die Entwertung der Grundstücke durch eine Sendeanlage hinweist.
330.000 Euro muss die Pfarre St. Leopold für die Sanierung des Pfarrheims aufbringen. Das Spendenbarometer auf der Homepage steht derzeit auf 144.837 Euro. Ein Mobilfunksender im Kirchturm würde jährlich an die 7.000 Euro bringen.
 
Pfarre braucht dringend Geld
„Es gibt bislang keinen Beweis für die Schädlichkeit von Handymasten, aber die Bedenken der Anrainer werden sicher ernst genommen“, betont Günter Rohringer vom Pfarrgemeinderat. Dieser hat bereits grünes Licht für das Vorhaben gegeben. Denn: „Wenn wir Nein sagen, dann steht der Mast eben 50 oder 100 Meter daneben.“ Am 27. Oktober wolle man die Problematik aber mit der Anrainerschaft diskutieren. Rohringer stellt jedoch klar, dass die Pfarre gewissen Zwängen unterliege: „Das Stift hat unseren Drittelanteil für die Pfarrheimsanierung vorfinanziert. Jetzt ist man an uns herangetreten, dass es über eine Sendeanlage Möglichkeit gibt, Geld zu lukrieren. Ein Nein müssen
wir natürlich mit stichhaltigen Argumenten begründen.“
 
Kirche selbst ist sich uneins
Auch die Pfarren müssten schauen, wie sie zu Geld kommen, heißt es aus dem Stift.
„Die Installation von Handymasten ist eine mittlerweile übliche Vorgehensweise“, findet Stift-Sprecher Peter Schubert. „Es ist uns natürlich sehr wichtig, dass die gesetzlichen Grenzwerte unbedingt eingehalten werden.“
„Rechtlich gesehen haben wir keine Möglichkeit, gegen den Handymast vorzugehen“, ärgert sich der pensionierte Richter Fiala. „Aber wir appellieren an die Kirche, dieses Projekt nicht umzusetzen. Wo sind die kirchlichen Werte? Zählt denn nur mehr das
Geld?“ Alleine ist Fiala mit seiner Einstellung zu der Thematik nicht. In einem Orientierungspapier empfahl die Konferenz der Umweltbeauftragten der
Österreichischen Diözesen im Jahr 2004, keine neuen Verträge zur Aufstellung von Mobilfunksendeanlagen auf kirchlichen Gebäuden abzuschließen.
 
„Installiert die Kirche einen Handysender im Kirchturm,
muss man von bedingtem Vorsatz sprechen". Man nimmt in Kauf, dass etwas passiert. Denn keiner kann heute wirklich sagen, welche Auswirkungen die Strahlung etwa auf unsere Erbanlagen hat“, konstatieren Alexander Fiala und Sabine Fersza- Fiala.
Aber nicht nur im Sachsenviertel sorgt ein Handymast für Aufregung: Die Grünen schlugen am Montag Alarm, dass direkt im Bereich des Kinderspielplatzes Käferkreuzgasse die Errichtung einer Mobilfunkanlage überlegt wird.

 

Spenden statt Handymast?             
Bezirks Blätter Nr. 43- Mi.27.10.10- Tulln, Klosterneuburg
 

Anrainerin Dagmar Kerschbaum:
"Ist das christlich, die Gesundheit der Nachbarn nicht zu berück-sichtigen, nur um Geld, den Mammon des Teufels, einzunehmen.“

Anrainerin Dagmar Kerschbaum:
260 Unterschriften haben die Gegner des geplanten Handymasts im Turm der
Kirche St. Leopold in den letzten zwei Wochen gesammelt. Jetzt lenkt die Pfarre ein und ist auf der
Suche nach alternativen Geldquellen. Für die Anrainer ist das ein Affront: Sie fühlen sich erpresst,

KLOSTERNEUBURG (cog). „Verwerflich, ethisch bedenklich, unglaublich, juristisch problematisch“ – Sabine Fersza-Fiala, Mitinitiatorin der Unterschriftenaktion gegen
eine Sendeanlage in der Kirche St. Leopold, findet viele Worte, um ihre Fassungslosigkeit über die Aktion der Pfarrgemeinde auszudrücken: „Gebt uns Geld, wenn ihr keinen Sender wollt! Für mich klingt das nach Erpressung.“
Im kleinen Kreis habe man sich geeinigt, so Günter Rohringer vom Pfarrgemeinderat, nach alternativen Einnahmequellen zu suchen: „Das ist doch keine Erpressung! Viele von denen, die den Handysender nicht befürworten, stellen nur Forderungen.
Nur ‚Nein‘ schreien ist ein bisserl wenig.“
Aber auch Dagmar Kerschbaum, ihr gehört ein Haus vis-à-vis, sieht nicht ein, warum
sie für eine Glaubensgemeinschaft spenden soll, der sie nicht einmal angehört:
Das ist eine Gemeinheit, ich habe ja das Pfarrheim nicht umgebaut. Wenn die
Pfarre das Geld nicht hat, hätte sie eben billiger bauen müssen – und nicht auf
Kosten der Anrainer.“
 
Pfarre braucht dringend Geld
Wie berichtet, muss die Pfarre noch rund 184.000 Euro an das Stift zurückzahlen,
das neben einem eigenen Anteil insgesamt 330.000 Euro für den Bau des neuen Pfarrzentrums vorfinanziert hat. Geld, das nicht da ist. Eine Mobilfunkanlage brächte jährlich rund 7.000 Euro. Eine solche sei mittlerweile eine übliche Möglichkeit für Pfarren, an Geld zu kommen, heißt es vonseiten des Stifts dazu.

 
Von Unterschriften unbeeindruckt
Pfarrgemeinderatsobmann Rohringer ist über die verhärteten Fronten unglücklich:
„Das Ganze ist etwas eskaliert.“ Er möchte aber betont haben: „Wir machen ja
nichts Illegales. Außerdem lägen wir weit unter dem erlaubten Strahlungsgrenzwert. Natürlich kann man Angst schwer wegdiskutieren, deswegen überlegen wir jetzt
auch Alter-nativen wie etwa ein Benefizkonzert.“ Von den 260 Unterschriften zeigt Rohringer sich unbeeindruckt: „Ich kenne die Liste nicht. Aber sicher, wenn darauf
ein Großteil der regelmäßigen 150, 200 Kirchengeher unterschrieben hat, dann müssen wir das überdenken.“
 


 
von Cornelia Grobner aus Tulln an der Donau
vor 2 Tagen | 71 mal gelesen | 1 Kommentar
Bezirks Blätter Nr. 45- Mi.10.11.10-Tulln,
Klosterneuburg

Wir müssen uns wehren!“            
Initiative gegen Mobilfunkmasten in Kirche
will Politik in Pflicht nehmen.

Im Gemeinderat beschlossen: Der Eislaufplatz bleibt beim Happyland – zumindest diese Saison.Bürger brauchen Parteistellung bei der Errichtung von Mobilfunkmasten, fordern Umweltmediziner Hans-Peter Hutter, die Anrainer Rudolf Matkovits und Alexander Fiala sowie Eva Maršálek (Plattform Mobilfunk-Initiativen) geschlossen.

Bürger brauchen Parteistellung bei der Errichtung von Mobilfunkmasten, fordern Umweltmediziner Hans-Peter Hutter, die Anrainer Rudolf Matkovits und Alexander
Fiala sowie Eva Maršálek (Plattform Mobilfunk-Initiativen) geschlossen.

Angetrieben vom Problem
mit einem Mobilfunksender im Kirchturm St. Leopold fordert die Initiative
„Gern im Sachsenviertel“ jetzt die Stadtgemeinde zum Handeln auf: Statt bei Mobilfunkprotesten immer nur „Feuerwehr“ zu spielen, solle sie sich die Gemeinde Feldkirch in Vorarlberg zum Vorbild nehmen. Dort bewies die Politik, dass Konsensstandorte mit Expositionsminimierung möglich sind.

 
KLOSTERNEUBURG (cog). „Wir sind keine Totalverweigerer“, erklären die Sachsenviertler Alexander Fiala und Rudolf Matkovits. „Aber es geht bei neuen
Masten nicht mehr um die Verbesserung der Handyversorgung, sondern um
Datenfunk – das explodiert und dagegen müssen wir uns wehren.“
Auch die PUK (Plattform Unser Klosterneuburg) fordert eine Optimierung von Senderstandorten im gesamten Klosterneuburger Gemeindegebiet. Schützenhilfe gibt’s von den Grünen.
Umweltstadtrat Sepp Wimmer verwies auf die begrenzten Möglichkeiten der
Stadt. Aber: „Wir können den Druck erhöhen. Dazu brauchen wir jedoch die
Initiative der Bevölkerung.“
 
Alternative und Protest
Gemeinderat Johannes Kehrer (Liste SAU) hat eine Alternativlösung parat:
Er weist darauf hin, dass die Nachfrage nach immer größerer Bandbreite nicht verhindert werden könne. Vielerorts seien die Menschen aber doppelter Strahlung durch Handymasten und W-Lan ausgesetzt.
Seine Idee sei, W-Lan in Klosterneuburg kostenlos zugänglich zu machen und
somit die kostenpflichtigen Dienste der Mobilfunkanbieter auszustechen.
Die FPÖ kündigte indes an, alle Subventionen an das Stift Klosterneuburg und an
die Stiftspfarren abzulehnen, solange das Stift in den Kirchen seiner Stiftspfarren Mobilfunk-Sendeanlagen gestattet.
Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager (ÖVP) versprach das Thema breit
zu diskutieren.

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