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 * Der Wettlegehof in Klosternbg 1983
 * Seitz: Geliebt und Gehasst 1983
 
* Versunken und vergessen 1983
 * 300 Jahre Türkensturm 1983
 * Von der Urdonau zur Donau 1983
 *
150 Mio für Kasernenausbau

* Pioniertruppenschule ade!1983
*
J Kornhäusel: 200. Geburtstg
* Das Tausendeimerfass 1982
* Kommt die Klbg Donaubrücke?
* Kierlinger Flohmarkt 1983
* Flohmarkt - Geld für Behinderte

 
NÖN  
Woche Nr. 19  /  1983  Klosterneuburg - Seite 5  von Herwig Irmler

Mittelalterliche Ansicht des `Kreindlhofes´  (Wettlegehof) Albrechtstr.
 
Der Wettlegehof in Klosterneuburg      
 
Schon vor der Projektierung der Versuchsanstalt des Kreindlhofes fasste man ein bedeutendes Ziel ins Auge. Es wurde die Leistungsprüfung der Hühnerrassen vorgenommen, um die besten Legehennen ausfindig zu machen.
Am 26. März 1923 erfolgte die Grundsteinlegung auf den stiftseigenen Gründen des Kreindlhofes. Die Station wurde bereits am 1. Oktober des selben Jahres offiziell eröffnet und wurde nach dem Prinzip der vermehrten Eierproduktion in Österreich geleitet.
Der neue Kreindlhof, wie er bis heute erhalten blieb, war zu dieser Zeit erst 15 Jahre alt. Nachdem der mittelalterliche Hof abgerissen wurde, gab das Chorherrenstift Klosterneubg zur Erinnerung an das 60 jährige Regierungsjubiläum von Kaiser Franz Josef I, der Stadtbauleitung unter Stadtbaumeister Josef Wurts den Auftrag zum Bau des mächtigen Vierkanthofes. Die dort errichteten Dienstwohnungen waren ausschließlich für Angestellte des Stiftes vorgesehen. Nach einer kurzen Bauzeit von 1908 bis 1910 war das Gebäude bezugsfertig.
Um nun das genannte Ziel des Wettlegehofes zu erreichen, wurde dort wissenschaftlich begründete Arbeit geleistet. Die ständige Kontrollarbeit ruhte in den Händen des umsichtigen Geflügelmeisters Menz, der auch die Führungen und alle Auskünfte vornahm. Die österreichische Durchschnitts-leistung der Legehühner betrug 90 bis 95 Eier pro Jahr. Um den damaligen Inlandverbrauch decken zu können, hätte die Mindestleistung auf 120 Eier pro Huhn und Jahr gesteigert werden müssen. Der Klosterneuburger Wettlegehof war am besten Weg, dieses Ergebnis zu erreichen, bedenkt man, dass eine weiße `Wyandottes´ Leistungen von 195 erbrachte und eine `Rhodeländer´ sogar 240 Eier pro Jahr legte.
Mit Kriegsende gehörte die kurze, aber erfolgreiche und vor allem zukunftsweisende Forschungstätigkeit am Wettlegehof der Vergangenheit an...
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NÖN  Datum 20.6. 1983  Klosterneuburg - Seite 5    von Herwig Irmler 
Geliebt und gehasst. Der Nachrichter Seitz 

Mittelalterliche Rechtsprechung in Klosterneuburg: Noch heute erinnern Arresträume im `Kuchlhof´ (Stiftsareal) an rauhe Sitten.
 

Der Stadtrichter von Kloster-Neuburg, Peter Paltinger (1406-1409), bestellte auf Gutheißen des inneren und äußeren Rates den Bayern Seitz aus Ingolstadt als Unter- und Nachrichter. Als solcher hatte er die städtischen Gefängnisse zu überwachen und den Zoll auf dem Wochen-markte einzuheben.
Als schmucker, junger Mann kam Seitz in seine neue Heimat. Auf dem Markte, den die Bürger- und Hauersleute häufig besuchten, musste sich der junge Nachrichter deren Gunst erwerben. Ihn hatte aber der Leichtsinn gepackt. Nächtelang saß er bei Becherklang und Würfelspiel und vergaß seine Amtspflichten. Die Zölle, die Seitz auf dem Markte einhob, führte er nicht ab, Gefangene ließ er gegen hohe Bestechungsgelder frei. Das Treiben des Pflichtvergessenen wurde immer ärger. Der Stadtrat verlangte endlich Bestrafung des Übeltäters. Dieser wurde schließlich verhaftet und vor Gericht gestellt. Im Saal der Stadtschranne `auf dem Großen´ waren der Stadtrichter Paltinger und die Räte in ihrer kleidsamen Tracht- kurze Hose, weiße Kniestrümpfe und lange, schwarze Röcke mit weißen Halskrausen- erschienen. Die Richterkugel hing über dem schweren Eichentisch, auf dem das Richtschwert lag. Auf alle Anschuldigungen des Richters Paltinger gab Seitz keine Antwort. Er wurde zum Feuertode verurteilt. Als die Frauen Klosterneuburgs, deren Herzen sich Seitz auf dem Markte erobert hatte, von dem Geschehen vernahmen, verlegten sie sich aufs Bitten beim Stadtrat. Ihrem Flehen gelang es, dass der Rat dem Unterrichter die Strafe schenkte und ihn freiließ. Der in Freiheit gesetzte vergaß alle ihm erwiesene Gnade und schickte der Stadt einen Fehdebrief, in welchem er erklärte, dass er und seine Gesellen den Kampf gegen die Stadt nur dann aufgeben würden, wenn ihm eine hohe Summe Geld geschickt werde.
Der Landesfürst, an den sich die Klosterneuburger in ihrer Not wandten, verbot den Bürgern, sich mit `Geld und Gut´ abzufinden. Man sollte vielmehr den Gewalttätigen einfangen und ihm die wohlverdiente Strafe angedeihen lassen. Doch das alles hinderte den Frechen nicht, weiterhin Brandbriefe zu senden, Gehöfte in Kierling und in Weidling anzuzünden, ja selbst das weit außen im Tullnerfeld liegende Dörfchen Bierbaum am Kleebühel, das damals dem Stifte Klosterneuburg untertan war, niederzubrennen.
Nur durch aufmerksame Beobachtung der Torwarte wurde die Stadt Klosterneuburg vor der Vernichtung geschützt. Setz schreckte selbst davor nicht zurück, in eine unter der Stadtmauer führende Mine Pulver zu legen, um auf diese Art die Stadt in Gefahr zu bringen. Acht Jahre dauerte diese Bedrängnis. Da kam die erlösende Nachricht, dass Saitz in Bayern gefangen und enthauptet worden sei.
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NÖN  Datum 22.6. 1983  Klosterneuburg - Seite 5    von Herwig Irmler 
Versunken und vergessen           
 

Noch immer beeindruckend: Die Burgruine Greifenstein

Die Donau war früher, als ihr Bett noch unreguliert war, ein unruhiger Strom, der durch seine zahlreichen Überschwemm-ungen den vielen Bewohnern und Inselsiedlern oft Not und Zerstörung brachte. Rettungslos wurde so manche Wohnstätte ein Opfer des erbarmungslosen Elementes. So wird aus alter Überlieferung erzählt, dass zur Zeit der Kreuzzüge, durch die der Donauverkehr bedeutend gehoben wurde, Schifler, Fischer, Handels- und Gewerbetreibende der Ortschaft Nivenburg (um die Martinskirche Klosterneuburg gelegen) sich auf einer gegenüberliegenden Insel niederließen. Eine Brücke verband diese mit der Muttersiedlung des Festlandes am rechten Ufer (erste Hälfte des 12. Jahrhunderts).
Durch eine große Überschwemmung wurde jedoch diese Neugründung zerstört, und ihre Bewohner erkannten, dass sich der Ort für eine ständige Siedlung nicht eignete. Da die Donau jedoch für die damalige Bevölkerung Lebensnotwen-digkeit bedeutete, besiedelten die Betroffenen das gegenüberliegende linke Ufer des Stromes. Neuerliche Überschwemmungen und Verheerungen an Hab und Gut zwangen die Bewohner, ihre Wohnbauten immer weiter landeinwärts zu verlegen, bis sie nach öfterem Wechsel endlich ein flutensicheres Landgebiet erreichten.
Die räumliche Trennung durch den Strom bedingte eine wirtschaftliche Loslösung der Tochtersiedlung von ihrer Muttersiedlung, allerdings noch mit gemeinsamen Namen der beiden Orte Nivenburg -  Neuburg. Gegen Ende des 13. Jahrhunderts folgte dann auch die politische Trennung der beiden Orte in `Neuburg Klosterhalben´ und `Neuburg Markthalben´ (da es jeweils eine eigene Markt- und Gerichtsbarkeit gab). Aus ersterem entwickelte sich Klosterneuburg, aus letzterem Korneuburg. Die ehemalige Inselsiedlung wurde nie wieder errichtet.
Allerdings entstand aus verschiedenen `militärischen Notlagen´ eine unter der Erde und unter dem unregulierten Donaustrom angelegte `Höhlenverbindung´ vom Kellerbau des später errichteten Chorherrenstiftes bis zu einem verborgenen Aufgang innerhalb des Bisamberges. Nicht zuletzt bei den Türken-Einfällen, konnte dieser Höhlenweg den Menschen rettende Dienst erweisen. Auch vom Korneuburger `Kreuzenstein´ existiert eine unterirdische Verbindung in den Raum Klosterneuburg. Hier existiert eine noch heute ungeahnte Verbindungsstruktur unter der Erde, die insbesondere von der Stiftsverwaltung bis heute kein lebhaftes Interesse entwickeln ließ, die äußerst interessanten und historisch wertvolle Existenz unter Tag zu erforschen um der Nachwelt offen zu legen...
Weitere Insellandschaften des Tullner Raumes, die dem Wasser zum Opfer gefallen sind, waren: Das zwischen Korneuburg und Kritzendorf gelegene Dorf Muckerau, oberhalb Greifenstein, dann das Fischerdorf Eberswinkel, weiter stromaufwärts die Orte Lützelwerd, Katlelswerd und Krotlendorf. Die bedeutendste in der Reihe dieser Ortschaften war jedenfalls Eisdorf mit einer mächtigen Burg, ähnlich wie Greifenstein.
Zuerst vom Lehensmann des Passauer Bischofs bewohnt, 1461 vom Raubritter Fronauer besetzt, der von hier aus seine Raubzüge startete, gingen die Burg und der Ort gegen Ende des 16. Jahrhunderts in den Donauwellen unter. So ermöglichte die Donau vielen Uferorten Wachsen und Gedeihen. Zahlreichen anderen Orten aber einen unabwendbaren Untergang.
 
Fortsetzung:                                                                                                  
Die Donau war früher, als ihr Bett noch unreguliert war, ein unruhiger Strom, der durch seine zahlreichen Überschwemmungen den Stadtbewohnern und Inselsiedlern oft Not und Zerstörung brachte. Rettungslos wurde so manche Wohnstätte ein Opfer des erbarmungslosen Elementes. So wird aus alter Überlieferung erzählt, dass zur Zeit der Kreuzzüge, durch die der Donauverkehr bedeutend gehoben wurde, Schiffer, Fischer, Handels- und Gewerbetreibende der Ortschaft Nivenburg (um die Martinskirche Klosterneuburgs gelegen) sich auf einer gegenüberliegenden Insel niederließen. Eine Brücke verband diese mit der Muttersiedlung des Festlandes am rechten Ufer (erste Hälfte des 12. Jahrhunderts).
Durch eine große Überschwemmung wurde jedoch diese Neugründung zerstört, und ihre Bewohner erkannten, dass sich der Ort für eine ständige Siedlung nicht eignete. Da die Donau jedoch für die damalige Bevölkerung Lebensnotwendigkeit bedeutete, besiedelten die Betroffenen das gegenüberliegende linke Ufer des Stromes. Neuerliche Überschwemmungen und Verheerungen an Hab und Gut zwangen die Bewohner ihre Wohnbauten immer weiter landeinwärts zu verlegen, bis sie nach öfterem Wechsel endlich ein flutensicheres Landgebiet erreichten.
Die räumliche Trennung durch den Strom bedingte eine wirtschaftliche Loslösung der Tochtersiedlung von ihrer Muttersiedlung. Allerdings noch mit gemeinsamen Namen der beiden Orte Nivenburg und Neuburg. Gegen Ende des 13.  Jahrhunderts folgte dann auch die politische Trennung der beiden Orte in `Neuburg Klosterhalben´ und `Neuburg Markthalben´ (da es jeweils eine eigene Markt- und Gerichts-barkeit gab). Aus ersterem entwickelte sich Klosterneuburg, aus letzterem Korneuburg. Die ehemalige Inselsiedlung wurde nie wieder errichtet.
Weitere Insellandschaften des Tullner Raumes die dem Wasser zum Opfer gefallen sind, waren: Das zwischen Korneuburg und Kritzendorf gelegene Dorf Muckerau, oberhalb Greifenstein das Fischerdorf Eberswinkel, weiter stromaufwärts Lützelwerd, Kaffelswerd und Krottendorf. Die bedeutendste in der Reihe dieser Ortschaften war jedenfalls Eisdorf mit einer mächtigen Burg, ähnlich wie Greifenstein.
Zuerst vom Lehensmann des Passauer Bischofs bewohnt. 1461 vom Raubritter Fronauer besetzt, der von hier aus seine Raubzüge startete, gingen die Burg und der Ort gegen Ende des 16. Jahrhunderts in den Donauwellen unter. So ermöglichte die Donau vielen anderen Uferorten Wachsen und Gedeihen. Zahlreichen anderen Orten an der Donau, aber einen unabwendbaren Untergang...
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NÖN  Woche Nr 19- 1983  Kultur-Kloburg - Seite 6  von Hildegard Surivanek 
Ausstellung `300 Jahre Türkensturm´     

Graphik von Leo Leitner: Türkenbelagerung in Klosterneuburg
 

Klosterneuburg,- Als die Türken 1683 in der Pfarrkirche St. Martin fünfmal Brand gelegt und zuletzt auch Erfolg hatten, brannte nicht nur die hölzerne Einrichtung völlig aus, sondern auch Decken, Dachstühle und das Turmdach wurden ein Raub der Flammen. Bei archäologischen Untersuchungen fand man vergangenes Jahr im Kirchen-Inneren die Trümmer eines gotischen Taufbeckens. Dieses Becken wurde wahrscheinlich 1683 von herabstürzenden Teilen getroffen und zerschlagen. Die Bruchstücke wurden damals aus Pietät-gründen am einstigen Standort belassen, wo man sie nun, nach 300 Jahren, wieder fand. Die Versuche einer Wiederherstellung durch den Steinmetzmeister F. Opferkuh hatten in der Zwischenzeit vollen Erfolg. Seit 4. Mai kann das gotische Werk nun wieder in seiner alten Pracht bewundert werden.
Das zwölfeckige, kelchförmige Taufbecken, von 82 cm Höhe und 1000 kg Gewicht, stellt nicht nur einen hervorragenden sakralen Kunstgegenstand aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts, sondern ist auch ein unmittelbarer Zeuge der Türkischen Angriffe in Klosterneuburg. Das Taufbecken wird zusammen mit einem Modell er spätgotischen Kirche St. Martin den Mittelpunkt der Türkenausstellung in der ersten Österreichischen Sparkasse am Niedermarkt darstellen. Erst im Herbst wird das Becken in die Kirche zurückkehren und wieder seiner Funktion übergeben werden. War die Untere Stadt mangels geeigneter Befestigungen nicht zu verteidigen und daher aufgegeben worden, so war bei der Oberstadt das Gegenteil der Fall. Nach der ersten Türkenbelagerung 1529 wurden die Befestigungen der Erfordernissen der neuen Kriegstechnik angepasst.
Zum Schutz der Zivilbevölkerung und zum Verstecken wertvoller Güter baute man außerhalb der Oberstadt Fluchtgänge. An vielen Punkten der Stadt wurden wiederholt Kleinode aus der Türkenzeit gefunden. Nicht nur bei den Restaurierungsarbeiten im Bürgerhaus Lebsaftgasse, sondern auch bei Grabarbeiten im Bereich des Evangelischen Pfarrhofes. Hier wurde eine mittelalterliche-frühzeitliche Mülldeponie der Stadt entdeckt.
Als Begleiter aller drei Ausstellungsorte (Erste österr. Spar-Kasse Niedermarkt, Stadtmuseum Rostockvilla-Bürgerhaus Lebsaftgasse 3) wurde ein 114 Seiten starker, reichbebildeter Katalog erarbeitet. Daneben wurde vom Kremser Zeichner Leo Leitner eine Graphik der Türkenbelagerung 1683 von Klosterneuburg geschaffen, die in der Sparkasse zum Preis von 150 Schilling angeboten wird. Die dreiteilige Ausstellung, wird am 18. Mai durch den Landeshauptmann eröffnet werden.
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NÖN  Woche 20.10. 1983  Donaustrom - Seite 6    von Herwig Irmler
Von der Urdonau zur Donau          

Alte Ansicht der Tullner Donaulände anno dazumal (JakobAlt, 1813)
 
Während in Urzeiten sich die `Verlandung´ gegen Nordosten Niederösterreichs erweiterte, kam aus der Gegend von Krems ein mächtiger Strom, floss Richtung Nordosten und mündete in der Gegend von Nikolsburg in das dortige Meer. Es war dies die Vorgängerin der Donau, die `Urdonau´.
In der weiten flachen Ebene, die sich von 380 Meter Seehöhe bei Krems auf 340 Meter bei Nikolsburg senkte, lagerte die Urdonau feinen Schotter und Sand ab. Die höchsten Erhebungen dieses Gebiets, die heute noch Plateauform zeigen, sind Überreste dieser Aufschüttungsebene der Urdonau. So die Hochfläche um Hohenwarth und Stettendorf (383 m), am Blickeweg (380 m), am Hochstraß, nördlich von Neudegg am Hirschberg, östlich von Großweikersdorf sowie am Altenberg und Dauersberg östlich von Rußbach.
Durch mancherlei Umstände bedingt, verlegte die Urdonau ihren Lauf immer mehr gegen Südosten, in Richtung Greifenstein und nagte dabei ständig an den niederen Berg-rücken, die den Wienerwald mit dem Rohrwald und Bisamberg verbanden. Durchtrennte endlich diese und floss in das Meer des Wiener Beckens, dem sogenannten Pontischen See, über.
Die Urdonau verließ damit ihr bisheriges Bett (Krems - Nikolsburg) und schuf ihren neuen Lauf (Krems - Greifenstein - Wien). Heute noch findet man in der Höhe des Bisambergs in 350 Meter Höhe Schotter von der Art des heutigen Donauschotters. Zwar wurde dieser im Laufe der langen Zeit stark verändert, doch ist er heute noch Zeuge dafür, dass einst die Donau in dieser Höhe floss.
Der neue Lauf der Donau war bei Krems 365 Meter, bei Wien 340 Meter hoch gelegen. Von diesem ältesten Donautal sind einige Überreste erhalten geblieben. So die Ebenheiten des Goldbergs bei Krems (364 m), des Kogelbergs bei Großweikersdorf (341 m) und die Ried `Dünne Gais´ am Buchberg bei Klosterneuburg (343 m).
Von dem Stand des damaligen Pontischen Meers bei Wien, ist die Strandterrasse des Nußbergs bei Nußdorf (340 m) erhalten geblieben. Das Meer bei Wien ging allmählich zurück. Auch die Donau vertiefte dementsprechend ihr Bett, sägte sich in den Sandstein des Wienerwalds ein, schuf dadurch ihr Tal bei Klosterneuburg und trennte den Rohrwald und Bisamberg vom Wienerwald. Die Senkung des Meeres bei Wien ging jedoch ruckweise vor sich und war von größeren und kleineren Stillstandsperioden unterbrochen. Ebenso die Donau.
Auf Zeiten der Eintiefung und Ausräumung des Tales und Flussbettes folgten Zeiten der Ruhe, in der das Tal ausgeweitet wurde. Mehrmals kam es durch Ausschüttung von Schotter zur Bildung von Terrassen an den Randbergen des Tullnerfeldes und Donaulaufs bei Klosterneuburg. So zeigt der Ostabhang des Buchbergs bei Klosterneuburg breite Stufen und Terrassen, die in 189 bis 343 Metern liegen und Überreste alter Talböden der Donau sind. Eine ähnliche stufenförmige Gliederung der Bergabhänge kann man bei jedem Berg des Tullnerfeldes, mehr oder weniger gut ausgeprägt, beobachten.
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NÖN Klosterneuburg- Woche Nr. 43/ 1983 Seite 5  Bericht+Foto: Herwig Irmler
 
150 Mio. für den Ausbau der Kaserne- Klbg  

Klosterneuburg,- Beim Besuch der Pioniertruppenschule und der `Marinekaserne´ in Klosterneuburg, konnte sich NR-Abg. Dr. Josef Höchtl von der Vielfalt der Ausbildungsmöglichkeiten und vom guten Ausrüstungsstand der Pioniere überzeugen.

Oberstleutnant Fischer, Major Resch und Oberleutnand Reissner führten
Dr. Höchtl und seine Begleiter durch den Kasernenbereich.
 
Dr. Höchtl sowie Klosterneuburger Mandatare und Funktionäre wurden von Oberstleutnant Fischer und Major Resch durch den Kasernenbereich geführt. Ein dabei festgestellter, zum Teil bedeutender Raummangel könnte durch bereits geplante Neu- und Zubauten wesentlich entschärft werden.
Das mit 150 Millionen veranschlagte Projekt sieht eine Mehrzweckhalle, auch Lehrsäle, Unterkünfte für weitere 96 Mann und entsprechende Traditionsräume für die Unterbringung der bedeutenden Relikte geschichtlicher Pioniertätigkeit Klosterneuburgs vor.
Die Fachausbildung des gesamten aktiven Milizkaders des Bundesheeres mit Teilnehmern aus ganz Österreich, die Durchführung von Truppenversuchen und Erprobungen, Entwicklung und Verbesserung der Ausrüstung sowie die Unterbringung der `Prüf- und Versuchsstelle für  Pionier- und Bauwesen´ des Amtes für Wehrtechnik lassen die Verwirklichung dieser wichtigen Planung besonders gerechtfertigt erscheinen. Ein Interventionsvorstoß Dr. Höchtls bei den zuständigen Behörden soll die Notwendigkeit dieser heimischen Aufbauarbeit zusätzlich unterstreichen.
In einer beispielhaften Vorbereitungsarbeit rüstet überdies die Magdeburgkaserne, für die nächstes Jahr stattfindenden Pionierfeierlichkeiten. Die Klosterneuburger Garnison kann als ältester Pionierstandort Österreichs auf eine 240-jährige Geschichte zurückblicken.
Im 18. Jahrhundert mit der technischen und militärischen Aufgabe betraut, hat die Pioniertruppenschule seit jeher einen erheblichen Anteil an der Fortentwicklung des Pionierwesens in der ganzen Welt. Ihr kommt auch nicht nur im Ernstfall eine wichtige Unterstützungsfunktion zu, sondern sie kommt besonders im Frieden immer wieder in Einsatz, um Menschen vor Gefahren zu schützen, Sachwerte zu erhalten und um in Notlagen rasch Hilfe zu leisten. 

 
NÖN Klosterneuburg- Woche Nr. 43/ 1984 Seite 5  Bericht: Herwig Irmler
Die Pioniertruppe in Klosterneuburg    
 
Im Jahr 1593 gab es das sogenannte `Tschaikistenbataillon´, das seinen Namen von den sogenannten `Tschaiken´ erhalten hatte. Mit diesen Kriegsschiffen, die nun schon vor 410 Jahren nach dem Muster der türkischen `Schaykas´ gebaut und auf den österreichischen Flüssen eingesetzt worden waren, wurde wiederholt die Verstärkung der Pantoniere und Pioniere bewerkstelligt. Als Beispiel sei hier das Jahr 1683 erwähnt.
Der Stuk- und Bruckhauptmann Peter Ruland erhielt am 19. August den Auftrag, mit zwei in Linz vorbereiteten Schiffs-brücken bei Krems und Tulln Brücken zu errichten. Beide Brücken waren Ende August fertig.
Am 9. September rückte das am linken Donauufer vereinigte Heer mit 85.000 Mann und 186 Kanonen über die Schiffsbrücke bei Tulln über die Donau und konnte am 12. Dezember das türkische Heer bei Wien angreifen und entscheidend schlagen.
1263 erfolgte die Gründung einer Schiffswerft, die mit der Zeit zur `technischen Zeuganstalt´ Klosterneuburgs wurde. Sie war zur Erzeugungsstätte und zum Ausrüstungszentrum der Pioniere und Pontoniere geworden. 1767 war es dann offiziell so weit. Durch kaiserliche Entschließung vom 10. Juni des selben Jahres wurde die bisherige Organisation des Kriegsbrückenwesens wesentlich verändert und die Errichtung eines Pontonierbataillons  mitt Stab, eine Haus-kompanie und einen Pontonierfeldbateillon zu vier Kompanien angeordnet.
In der viele Jahrhunderte alten Geschichte der öst. Pioniere und ihrer anderen Stammwaffengattunhen- zurück bis zu den Bruckknechten der Zeit Maximilian 1 - ist zweifellos die Aufstellung des Pionierbataillons in Klosterneuburg ein Markstein in der Entwicklung der Kampf- und Friedens-leistungen Österreichs.
Das bis heute bestehende feste Gefüge ständiger Friedens-arbeit entstand 1843, als sich das Pontonierkorps mit dem Pionierkorps vereinigte und so Grundlage einer ständigen Ausbildungs- und Entwicklungstätigkeit wurde. Noch Ende des 18. Jahrhunderts wurden Österreichs Pontonbrückengeräte im Ausland erworben. 1840 wurden heimische Brückengeräte in vielen Armeen Europas eingeführt und nachgeahmt. Durch die Leistungen in Kriegs- und Friedenszeiten erwarben sich österreichische Pioniere ein besonderes Ansehen. Auch im kleinen Rahmen des Bundesheeres der Ersten und Zweiten Republik versucht die Pioniertruppe, trotz der Begrenzung materieller und personeller Mittel, ihren hohen Ausrüstungsstand zu erhalten. An allen Leistungen der Vergangenheit und Gegenwart hat die Klosterneuburger Pioniergarnison, die immer auch ein Sitz von Schulen Versuchsstätten und Erzeugungsstätten der Ausrüstung der Pionierwaffe war, einen wohlverdienten, hervorragenden Anteil.

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NÖN Kloburg- Kultur  Woche Nr. 1/ 1983 Seite 6  Bericht: Herwig Irmler
J. Kornhäusel: 200. Geburtstag    
 
Gedenken an einen der `Väter´ des Stiftes Klosterneuburg

Klosterneuburg - Wien,- Vor fast genau 200 Jahren, im Jahre 1782, wurde in Wien Josef Kornhäusel geboren, der im Laufe seines Lebens die Bescheidenheit, im wahrsten Sinn des Wortes, dolumentierte. Kornhäusel war als Architekt beim Ausbau des Stiftes Klosterneuburg stark beteiligt. Man weiß wenig über sein Privatleben und seine Familie. Sogar das einzige existierende Bildnis von diesem Künstler ist nicht hundertprozentig ihm zuzuschreiben.
Als Sohn eines Maurers aus Weikertschlag in Niederösterreich geboren, bewarb sich Kornhäusel im Jahre 1807, 25jährig um Aufnahme in die Wiener Akademie der Bildenden Künste. Viele bekannte und stilvolle Bauten in Baden, wie zum Beispiel das Stadttheater, das Rathaus, der Husarentempel, die Weilburg im Helenental, aber auch in Wien und Umgebung, wurden von dem `unbekannten´ großen Architekten geschaffen.
Um das Jahr 1834 trug sich der damalige Prälat von Klosterneuburg, Jakob Ruttenstock (sein Wappen befindet sich über dem Torbogen im sogenannten Kaiserhof des Stiftes), mit der Idee, die Bautätigkeit im und am Stift wieder aufleben zu lassen, die nach dem Einstellen des Baues im Jahre 1745 offen gebliebene Front zwischen der Kirche und dem Stiftsgarten auszubauen und so den Prachtbau Donato von Allios zum Abschluss zu bringen.
Ein kühnes Unterfangen. Wer sollte der Künstler sein, dem ein solcher Zubau gelänge, im Anblick der hohen Künstlerschaft Allios? Der Prälat ließ nicht locker, wohl im Hinblick auf die Tatsache, dass man ja niemals mehr dazu kommen werde, den Bau nach den Plänen Allios fortzusetzen und abzuschließen. Der Anreiz für Baukünstler, sich an dieser Aufgabe zu betätigen, war gegeben, und alsbald fand sich Architekt Josef Kornhäusel, der sich in Wien mit dem Neubau des Schottenhofes betätigt hatte, mit einem Entwurf ein. Er verstand es besonders gut, zwei Gegensätze in der Architektur so zu verquicken, dass sie den Beschauer zwingend als ein Ganzes erschienen.
Er wagte es Tradition auf den Kopf zu stellen und eigene Wege zu gehen. Das Ergebnis sieht man bei der Betrachtung des Westtraktes mit dem riesigen und sich harmonisch einfügenden Eingangstor zum Stiftshof. Ein heftiger Wettstreit um den Stiftszubau zwischen Kornhäusel und dem Architekten Karl Rösner wurde zugunsten Kornhäusels entschieden. Beide haben jedoch den Zubau auch als Nutzbau entworfen.
Am 30. April 1834 entstanden die Grundmauern im Westen des Stiftes. Im Jahre 1836 waren die Kellerräume fertig und ein Jahr später schon die Abwölbung der Einfahrt, über der sich heute die herrliche Bibliothek befindet. Ein Gerüsteinsturz im Jahre 1839 hemmte für kurze Zeit den Bau. Der Bau wurde nach neunjähriger Bauzeit 1842 vollendet. Der Bauführer war Bernhard Kledus. Kein Straßenname in Klosterneuburg erinnert an den genialen Architekten, noch weniger an den tüchtigen Bauführer. Beim Betrachten dieses wirklich gelungenen Baues fällt einem die fünffache Gliederung des Zubaues auf: Das großartige Mittelstück mit ovalem Grundriss, das imposante Tor, das trotz seiner übermächtigen Größe nicht störend wirkt, die vorangestellten vier Pilaster, die den Torbogen tragen, der wieder durch ein Fenster unterbrochen wird, das immer höher Hinaufstreben bis zur Attika mit der kolossalen Bogenführung, nirgends eine  Spur von Eintönigkeit oder künstlerischer Ermüdung.
Vergittert und vergrämt mag sich der Künstler in seinen letzten Lebenstagen in den abenteuerlichen Kornhäuselturm im Dempfingerhof in der Seitenstättengasse in Wien zurückgezogen haben, um über die Undankbarkeit seiner Mitmenschen nachzudenken.
Josef Kornhäusel, k&k Architekt und Mitglied der Akademie der Bildenden Künste, verstarb völlig vereinsamt 78 Jahre alt am 31. Oktober 1860 in Wien. Sein Gedenken sei uns Ehre und Verpflichtung.
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NÖN Kloburg- Kultur  Woche Nr. 45/ 1982 Seite 6  Bericht: Herwig Irmler
Das Tausendeimerfass zu Klbg      
Reminiszenzen aus der Vergangenheit
Klosterneuburg,- Der Landesfeiertag des hl. Leopold am 15. November ist mit keinem anderen Ort so sehr verbunden wie mit Klosterneuburg und seinem traditionellen Brauch des `Fasslrutschens´.

Seit Jahrzehnten Tradition: `Fasslrutschen´ in Klosterneuburg.
In einem freistehenden, ebenerdigen, aus Quadern erbauten Hause an der Nordwest-Seite des Stiftsplatzes, das einst unter Herzog Albrecht eine Münzstädte war, ruht dieses mächtige Fass im heimlichen Halbdunkel. Durch das kleine Spitzbogentor eintretend, erblickt man im Hintergrund der achtfachen, in schönen Rippen sich ineinander schwingenden Bogengewölbe den Riesen unter allen Gebinden des Stiftes - `Zum rinnenden Zapfen´. Allerdings ist die beschauliche und harmonische Atmosphäre heute durch nicht sehr attraktive Holzwände räumlich getrennt.
Das Fass, das eine Länge von 4,80 Meter und einen Durchmesser von 3,84 Meter hat, ruht auf sechs gewaltigen, mit schönen Reliefs geschmückten Sätteln, die halbe Fasshöhe erreichen. Nach der Höhe strebende Reben mit Beeren naschenden Vögeln, der listige Fuchs, der Eber und Wein trinkende Bacchus-Kinderfiguren sind der von geschickter Bildhauerhand geschaffene Schmuck dieser Stütze. Der Fassboden wird durch zwei Querbalken in drei Teile geteilt. In der Mitte ist das in Relief ornamentierte Stiftswappen. Im untersten Feld, in dem sich eine 66 cm hohe und 37 cm breite Rundbogentüre zum Einstieg in das Fass befindet, sind die schwungvoll geschnitzten Namen der Bindermeister Halbritter, Schitt und Hoffer, die dieses gewaltige Klosterneuburger Wahrzeichen unter dem Stadt-Prälaten Christoph Mathei im Jahre 1704 schufen, zu sehen. Das eingravierte Zitat: `Non defici At Cemper Proficiat´ (Es möge nie leer werden und immer zum Heile gereichen´) gehört längst der Vergangenheit an.
Am 12. August 1711 wurde das Fass zum ersten Mal unter dem damaligen Stiftskellermeister Johann Keeß und dem Bindermeister Thomann Lettenbacher mit Wein gefüllt. Das Fass hält 999 Eimer, der Spund den 1000. Eimer. Das sind 56.000 Liter. Zur Vorstellung: Ein Klosterneuburger Hauer, der täglich bei seiner schweren Arbeit zwei Maß (2,82 l) trank, hätte 54 Jahre gebraucht, um den Inhalt des Riesenfasses zu leeren. Als im Kriegsjahr 1809 die Stadt und das Stift von französischen Truppen, die gewaltsame Requisitionen vornahmen, besetzt war, wurde das edle Nass von den feindlichen Soldaten aus dem Fass abgezapft. Was von den Schlemmern nicht genossen wurde, floss in den Keller. Seit dieser Zeit ist das Fass leer.
Wenn zum heurigen Leopoldifest viele hundert Erwachsene und Kinder zum Preis von S 5,- und S 2,50 das Fass herunterrutschen, damit die nach dem Volksmund vorgefassten Wünsche in Erfüllung gehen, erinnert man sich wieder an die Legende der Entstehungsgeschichte dieses Brauchtums. Demnach soll die Frau des Klosterwirtes, der als Pantoffelheld bekannt war, von ihrem Mann zum Beweis seiner Treue verlangt haben, über das Fass zu rutschen. Dieser Belustigung konnte man nicht widerstehen, sie als Kellerbrauch einzuführen - und bis heute zu erhalten...
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Die Kleine Klbg Zeitung- 15. Sept 1982 Seite 20 Prof. GAJ Neumann
Klosterneuburger Donaubrücke:             
Landeshauptmann Ludwig will damit Bauarbeitsplätze
im Raum Klosterneuburg schaffen!
Eigenbericht der `Klosterneuburger Zeitung´
 
Landeshauptmann Siegfried Ludwig will nunmehr nicht länger die Intrigen rund um den Bau der Donaubrücke zwischen Klosterneuburg und Korneuburg tolerieren: Die
Straßengesellschaft `ASAG´ soll als Sonder-gesellschaft schleunigst mit dem längst baufertigen Projekt beginnen, damit die Bauarbeitsplätze im Raum Klosterneuburg für die kommenden schweren Zeiten gesichert und geschaffen werden!
 
Bekanntlich sind die Auf- und Abfahrtsrampen am Ufer Korneuburg - samt Leitschienen längst fertig gebaut. In der Folge vergaßen die Klosterneuburger Sozialisten ihre einstimmig getroffenen Entscheidungen und wollten den Brückenbau weiter ostwärts verlegt wissen, ungefähr bei Schüttau. Da der Verkehr Klosterneuburg erdrücken würde, wurde der Brückenbau schließlich überhaupt in Frage gestellt. Hier trafen sich die Ansichten auch mit kleinkarierten Klosterneuburger Bürgerlichen, die offenbar mit der tüchtigen nördlichen Konferenz aus Korneuburg nicht in Berührung kommen wollen.
Für den Bautenminister Sekanina war diese Blockade ein willkommener Anlass, den auch seinerseits längst beschlossenen Brückenbau zurückzustellen, hatte der Bautenminister nach dem Einsturz der Wiener Reichsbrücke ohnehin Finanzschwierigkeiten, die nicht so leicht zu lösen waren. Inzwischen wurde die Sondergesellschaft ASAG gegründet, die vom Bund beauftragt wurde, die Südautobahn über den Wechsel und eine Schnellstraße über den Semmering zu bauen. Landeshauptmann Ludwig drängt jetzt darauf, dass diese Sondergesellschaft auch den Brückenbau in Klosterneuburg übernimmt, und zwar mit sofortiger Wirkung, um Arbeitsplätze auf dem Bausektor im Bereich Klosterneuburg zu sichern.
Ein solcher Baubeginn ist auch für das Bundesland Wien von großer Bedeutung. Sind doch die Floridsdorfer Brücke, die Reichsbrücke und die Brigittenauer Brücke  abgeschlossene Baustellen, die Rossauerbrücke wird im Frühjahr fertig gestellt. Die Großbaustelle Greifenstein wird 1983 ebenfalls fertig. Es muss daher schleunigst ein neues Großprojekt in diesem Raum realisiert werden. Nichts eignet sich dafür besser als der Brückenbau bei Klosterneuburg. Die Stadt begrüßt im Jahr 1985 hunderttausende Gäste aus dem In- und Ausland, anlässlich der großen Jubiläumsfeier, der Sonderlandesausstellung und der übrigen gesellschaftlichen Ereignisse. Bis dahin muss die Klosterneuburger Brücke fertig gestellt sein, verlangt Landeshauptmann Siegfried Ludwig, um den Menschenstrom beiderseits der Donauufer- Autobahn bewältigen zu können. Der Brückenbau ermöglicht ferner einen idealen  Zugang zum Flughafen Schwechat.
Die Angst kleinbürgerlicher Kräfte, dass der Autoverkehr in Klosterneuburg zu unerträglichen Staus führen werde, ist insoferne völlig unbegründet und unwahrscheinlich, als viele Klosterneuburger über die Donaubrücke den idealeren Weg zum Großteil Wiens und zum Süden Niederösterreichs einschließlich Flughafen Schwechat einschlagen werden, wenn die Donaubrücke einmal vollendet sein wird. Viel mehr, als vom Norden in den Süden fahren werden. Im Übrigen haben die beiden früher einmal vereint gewesenen Städte Klosterneuburg und Korneuburg die Möglichkeit, zusammenzuwachsen und als Landeshauptstadt Niederösterreichs allseits akzeptiert zu werden.
Insofern ist die energische Intervention des Landeshauptmannes zugunsten der Brücke Klosterneuburg- Korneuburg eine richtige zukunftswirksame Maßnahme. Es wird bald auch Sekanina nicht mehr möglich sein, eine Ausrede für seine Untätigkeit zu finden, denn seit jüngerer Zeit beginnt auch in der SPÖ Klosterneuburg ein Umdenkprozess zu wirken. Die Brückenfeinde in der ÖVP scheuen sich, ihre Masken abzunehmen, und werden sich vorerst für nichts engagieren.
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NÖN   Klosterneuburg - Woche Nr. 32/ 1986   Seite 6   Bericht:  Herwig Irmler

Weiterhin unbewohnt - das umstrittene `Ulrikendorf´ Klosterneuburg
 
Die `Geistersiedlung´ steht noch immer leer:
`Ulrikendorf´: Niemand
weiß nun eine Lösung...

Klosterneuburg,- Vor 16 Jahren hat die Stadtgemeinde in einem beispiellosen `Ausverkauf´ fast 50.000,-m² Baugrund verkauft. Der Wiener Holzgroßhändler Rudolf  Pisec baute darauf die Siedlung `Ulrikendorf´. Seit 12 Jahren stehen 35 Fertigteilhäuser leer.
Interessenten konnten bis heute nicht gefunden werden. `Warum nicht?´ ist eine Frage, die noch nicht beantwortet wurde. Dabei waren Anschaffungs- und Verkaufspreis durchaus `bürgerlich´. Für 1 Mio. Schilling wurde ein luxuriös ausgestattetes Haus angeboten. Schon das war ein Geschäft für Pisec. Eine Siedlungseinheit aus polnischen Holzteilen soll nur  S 15.000,- Entstehungskosten gehabt haben. Besonders aber der Grundkauf erhöhte die Gewinn-spanne noch beträchtlich. Nur S 100,- pro Quadratmeter zahlte der Geschäftsmann in die Stadtkasse ein. Das war schon damals ein Geschenk. Hat doch das ortsansässige und durchaus geschäftstüchtige Realitätenbüro Krames zu dieser Zeit S 300,- geboten. Obwohl der Gesamtgrundpreis in den Jahren des Wartens um ganze S 70,- Mio. gestiegen ist, will Rudolf Pisec nicht von Spekulation, sondern nur von `Glück´ sprechen. Weniger Glück und kaum Geschäftssinn wird von `Insidern´ der Stadtgemeinde angelastet. Mit der nunmehr verstrichenen Wartezeit hätte heute das stark strapazierte Rathausbudget saniert werden können.
Aber da war vor allem der Klosterneuburger Stadtrat für Planungswesen und Landschaftsschutz, der Bauunternehmer Ing. Wilhelm Prem. Er sprach sich für den Verkauf aus. In einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit bekam dann auch Baumeister Prem von der `Wohnungseigentums- und Bauplanungs GesmbH´, wie sich die Errichter dieses Dorfes nennen, den Auftrag, die Fundamente für die Einfamilienhäuser zu errichten.
Prem: `Wer eine Lösung findet, soll es mir sagen.´ - Vielleicht ist sie im Stopp der Baugenehmigungen zu finden...

NÖN
   Klosterneuburg - Woche Nr. 9/ 1989   Seite 3
 
Gemeinderat berät über `Geisterstadt´

Wird das `Ulrikendorf´                   
abgerissen oder bewohnt?

Klosterneuburg,- Die berühmte `Geisterstadt - Ulrikendorf´  am Klosterneuburger Ölberg, sorgt wieder einmal für Aufregung. Am kommenden Freitag, 3.3.1989, soll sie nun auch den Gemeinderat beschäftigen.

Das Ulrikendorf am Ölberg sorgt wieder für Gesürächsthema...
 

In der letzten Novellierung der NÖ-Bauordnung sehen nämlich die SP-Gemeinderäte die letzte Chance, das Ulrikendorf einer widmungsgemäßen Verwendung zuzuführen
In einem Dringlichkeitsantrag fordern die Sozialisten, dass die Baubehörde- Erste Instanz, also der Bürgermeister unverzüglich baupolizeiliche Maßnahmen gegen die widmungsfremde Verwendung der Baulichkeiten setzt.
Immerhin stehen auf dem rund 50.000 Quadratmeter großen Grundstück 35 Einfamilienhäuser leer. und das seit mehr als 10 Jahren. 1970 erwarb der Wiener Holzgroßhänd-ler Rudolf Pisec das Areal von der Stadtgemeinde Klosterneuburg, um etwa 100 Schilling pro Quadratmeter. Eine Feriensiedlung wurde errichtet. Bestehend aus 35 Holz- Fertigteilhäusern. Diese wurden von der Klosterneuburger Baufirma Böhmer & Prem erbaut und sind angeblich mit gusseisernen Badewannen, Massivholztüren, Eichentürstöcken und Parkettböden ausgestattet. Für die Pflege der leerstehenden Wohnhäuser und Grünanlagen wurde sogar ein Hausbesorger eingestellt.
Was erwarten sich nun die Sozialisten von ihrem Vorstoß im Gemeinderat? Dazu SP- Wohnungssprecher STR Franz Enzmann: `Durch die Bauordnungsnovelle können wir gegen die Wohnungseigentums- und Bauplanungsgesellschaft (derzeitiger Eigentümer des Ulrikendorfs, Anmerkung der Redaktion) erstmals mit gesetzlichen Schritten vorgehen. Hoffentlich hat die Rathausmehrheit den Mut dazu!´ Die Novelle sieht vor, dass eine Baulichkeit- im Interesse der Öffentlichkeit - auch durch Zwangsmaßnahmen der genehmigten Widmung zugeführt werden kann.
Das Ulrikendorf wurde zur Gänze abgetragen...

NÖN   Woche Nr. 26/ 1990 Klosterneuburg  Seite 3
Von Herwig Irmler
Schweizerisch-deutsche Gesellschaft als Käufer

Das `Ulrikendorf´ soll Ferienparadies werden!
Klosterneuburg,- Das Ulrikendorf am Ölberg soll aus seinem 20- jährigen Dornröschenschlaf geweckt werden.
Der Holzhändler Rudolf Pisec, noch Besitzer des 50.000 Quadratmeter großen Areals, auf dem 35 Häuser `dahinschlummern´, will der schweizerisch-deutschen Gesellschaft `Hokura´ das bisher als `Sperrgebiet´ gegoltene Anwesen verkaufen. Hokura überlegt sich, einen Ferien- und Kurbetrieb zu eröffnen.
Pisec, der sich immer gegen den Einzelverkauf der Häuser in Holzbauweise ausgesprochen hat, will das Dorf als Ganzes verkaufen. Das im Jahre 1970 von der Gemeinde veräußerte Gebiet wurde mittlerweile von Schilling 100,- auf Schilling 3000,- pro Quadratmeter aufgewertet. Jetzt soll dieser Wert auch genützt werden.
Das Vorhaben, mit einer Kuranstalt dem Dorf ein betriebliches Leben zu schenken, stößt seit Bekanntwerden der geplanten Aktivitäten auf großen Widerstand der Anrainer. Befürchtet wird vor allem, dass durch einen Feialbetrieb ein unzumutbares Verkehrsaufkommen zu erwarten ist. Allein wegen der fehlenden Nahversorgung am Öl- und Freiberg muss mehrmals pro Tag der Weg in die Stadt angetreten werden. Deshalb wurden bereits Überlegungen angestellt, den Aufstieg der Kurgäste und Erholungssuchenden durch einen Sesselliftbetrieb zu gewährleisten.
Sollten die noch nie benützten Hütten für das geplante Unternehmen nicht geeignet sein, könnte die Firmengesellschaft den Bau eines größeren Kurhauses in Erwägung ziehen. Das aber würde der Widmung des Flächenwidmungsplanes widersprechen. Eine Änderung der Bauklasse müsste vorgenommen werden. Diese kann aber nur im Einklang mit dem Raumordnungsgesetz vom Gemeinderat beschlossen werden.
Text-Wiederholung zum geplanten Wohnprojekt:
35 solcher noch nie bewohnter Holzhäuser sollen zu einem Kurbetrieb umfunktioniert werden.
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Klosterneuburger Nachrichten
- Nr. 26/ 1984   Text:  Bericht: Herwig Irmler

Kierlinger Flohmarkt - Sägewettbewerb     
von Familie Kerbl gewonnen








 

  Das Symbolbild der `Jungen ÖVP Kierling, wurde 
  von `Itze´- Friedrich Grünzweig, für die Gründung
  und die Vereinsarbeit der `Jungen ÖVP- Kierling-
  gestaltet, und an Herwig Irmler, in feierlicher 
  Weise verliehen.
  Irmler erhielt für sein Engagement um die
  Kierlinger Vereinsarbeit der Jugend, das NÖ-
  Landes Jugend Abzeichen in Bronze von der ÖVP-
  Landes- organisation feierlich überreicht.

Bei dem, während des 5. Kierlinger Flohmarktes, am vergangenen Wochenende von der JVP Ortsgruppe abgehaltenen Säge-Wettbewerb mit einer kaum mehr bekannten Zugsäge, konnten sich die heimischen Teilnehmer bestens behaupten.
Mit fantastischen 11,9 (!) Sekunden schafften Vater und Sohn- Franz Kerbl, den mit 17cm Durchmesser dicken Fichtenstamm. Sie gewannen den für diesen Bewerb ausgesetzten Rundflug über Klosterneuburg mit einem Motorsegler ab Langenlebarn, Zweite wurde das Paar Kerbl Franz- Neureiter Josef 15,4 sec., Dritte Kerbl Franz sen,- Dir. Werner Lang 16,1 sec.
 
Durch den Besuch einiger prominenter Persönlichkeiten wurde diese traditionelle Wohltätigkeitsveranstaltung besonders aufgewertet und die öffentliche Anerkennung für den beispielhaften Einsatz der freiwilligen Mitarbeit der Jugendlichen und Erwachsenen, sichtbar.
So wurden folgende Prominente vom JVP Obmann Wilfried Schönböck begrüßt, die damit dem Veranstalter die Ehre ihres Besuches gaben: NR Abgeordneter Dr. Josef Höchtl, der durch die Spende seines Buches `Akzente, Argumente, Alternativen´ und  einige `Höchtl´ Schnapskarten zum Gelingen dieses guten Zweckes beitrug.
Die örtlichen Funktionäre- wie: Ortsvorsteher GR Norbert Gschirrmeister, Stadtamtsdirektor GR Dr. Paul Weber, ÖAAB Ortsobmann Günter Knapp, STR Helmut Zuschmann sowie der ÖAAB Obmann von Ma. Gugging Johann Parmetler, gaben der Veranstaltung eine ehrenvolle persönliche Note.
 
Menschlicher Höhepunkt dieses `Kierlinger Volksfestes´ war diesmal zweifellos das Erlebnis eines kleinen Kindes. Eine, von den Eltern, Wochen vor dem Markt, gespendete Puppe wurde von dem Mädchen verloren. Jetzt hat sie unter Freudentränen, von beherzten Menschen als Ersatz, wieder ein ganz liebes `Puppenkind´  erhalten.  Der neue Begleiter wird dem Kind die künftig glücklichen Spielstunden noch wertvoller erscheinen lassen.
Erfreuliche Tatsache war zudem, dass beim Kauf von Antiquitäten, Kleidern, Schuhen, Büchern, ect., immer der gute Zweck und nicht allein materielle Werte im Vordergrund standen. Der Klosterneuburger Behindertenhilfe konnte durch beherzte Spenden anlässlich dieser Veranstaltung ein Beitrag von S 8.000,- übergeben werden. Außerdem wird eine weitere, etwa ebensolche Summe für die Gestaltung und Verschönerung des Kierlinger Ortsbildes indirekt wieder der Bevölkerung zugute kommen.
Der Dank für dieses erfolgreiche Wochenende gebührt in erster Linie der spenden- und kauffreudigen Bevölkerung, aber auch der Unterstützung und dem Verständnis der Kierlinger Ortsvorstehung, dem Gendarmerieposten-kommando und der Stadtgemeinde Klosterneuburg. Der Erfolg bedeutet Verpflichtung für die Veranstalter, diese sinnvolle Gemeinschaftsarbeit auch in Zukunft fortzusetzen.

Klosterneuburger Nachrichten- Nr. 26/ 1983  Seite 7   Herwig Irmler
4. Kierlinger Flohmarkt der JVP Ma. Gugging 
Mit der Abhaltung des Kierlinger Flohmarktes am vergangenen Wochenende leistete die Junge ÖVP Kierling-Gugging ihren traditionellen und sinnvollen Beitrag zum Kierlinger Kirtag. Der gute Zweck dieser Wohltätigkeitsveranstaltung sollte dabei im Vordergrund stehen.
Fleißiges Sammeln der Jugendlichen der der verständnisvollen und spendenwilligen Bevölkerung war der Grundstein für das Gelingen dieser begrüßenswerten Aktion, die heuer schon zum 4. Mal durchgeführt wurde.
Durch bedingungslosen Einsatz zwei Tage lang, trotz Schlechtwetters, vor dem Amtshaus am Himmelbauerplatz sich der guten Sache zu widmen, konnten noch am Sonntagabend Obmann Wilfried Schönbäck und Kasier Franz Spitaler mit der spontanen Überreichung von S 10.000,- an die Klosterneuburger Behindertenhilfe den positiven Abschluss dieser Veranstaltung dokumentieren.
Die Jugendgruppe erhielt durch viele freiwillige Mitarbeiter, angeführt vom Vereinsgründer Herwig Irmler und GR Norbert Gschirrmeister, selbstlose und notwendige Unterstützung.
Die JVP Ortsgruppe Kierling-Gugging findet, dass die Mitarbeiter aber auch die gesamte Bevölkerung von Kierling durch ihre Spenden und Kauffreundigkeit ganz einfach `Spitze´ waren und dankt im Namen der Behindertenhilfe Klosterneuburg herzlich.
 
NÖN   Klosterneuburg - Woche Nr. 22/ 1986   Seite 3       Herwig Irmler
Flohmarkt brachte Geld für Behinderte

Ing. Hochleitner, Ing. Jirkovsky und Marianne Irmler übergaben der Familie Birgfellner den Flohmarkterlös in Höhe von S 11.000,-

Klosterneuburg,- Der große Einsatz des Road-Runner-Laufclubs, aber auch der Spenden- und Kauffreudigkeit der Bevölkerung ist es zu danken, dass der siebente Flohmarkt zugunsten der Klosterneuburger Behindertenhilfe ein so großer Erfolg wurde.
Vom 1. bis 3.5.1986 gab es da am Rathausplatz viele noch nützliche Gebrauchs- und Souvenirgegenstände, die das Interesse der Sammler weckten. Das strahlende Frühlingswetter, die Klosterneuburger Messe und der Tanz unter dem Maibaum, lockten auch aus Wien und dem Umland der Babenbergerstadt die Gäste an.
Erfreulich ist auch hier die Tatsache, dass alle dem guten Zweck dienen wollten. Die Stadtgemeinde Klosterneuburg mit dem Markt- und Straßenbauamt, an der Spitze der Mandatare Bürgermeister Dr. Schuh, aber auch STR Ing. Prem, die Gemeinderäte Putz, Knapp, Thaler, Wiedermann und Ortsvorsteher Weiß, haben sich für diese Wohltätigkeits-aktion an die `Front´ gestellt.
Am Sonntag übergab dann der Vorstand des ULC Road Runners Platteter & Tatzer der Familie Dr. Birgfellner für die Tagesheimstätte St. Martin den Reinerlös in der Höhe von 11.000,- Schilling.
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NÖN   Klosterneuburg - Woche Nr. 35/ 1981   Seite 4    Bericht:  Herwig Irmler

Von `Chirchlingin im Hagental´ bis Kierling

Das Bistum Passau, bekannt durch seine großen Grundbesitze in der Ostmark sowie durch seine kirchliche und politische Machtstellung, dürfte auslösend gewesen sein, dass Kierling in der unmittelbaren Nähe Klosterneuburgs entstand. Es sind aber trotzdem nur Vermutungen, die auf Bischof Altmann von Passau als Gründer hinweisen, denn wann der Ort tatsächlich entstand, und wer die wirklichen Gründer waren, ist ungeklärt. Um 1985 bewirtschaftete der Bischof einen Teil Kierlings zugunsten seiner Stiftung Göttweig.
Jedenfalls ist der Ort uralt. Man weiß heute, dass mitten durch Kierling die Römerstraße, der Hauptweg nach WindobonFamiliea, führte. Es besteht kein Zweifel, dass an der großen Heerstraße einer Niederlassung entstand, denn es ist anzunehmen, dass die Römerzüge auch fahrendes Volk mitbrachten.
In der Folge erscheint in Klosterneuburger Urkunden ein ritterliches Geschlecht, das zu den ältesten Österreichs zählte. Es ist dies die längst abgewanderte Familie der Chirchlinge. Auf der Burg zu Kierling erbaute das Geschlecht eine Kapelle, wahrscheinlich an der Stelle, wo heute die Kirche und der Pfarrhof zu finden sind.
Im letzten Viertel des 12. Jahrhunderts lebte auf seinem Schloss ein Herr Rudolph von Chirchling, der sicherlich schon  Vorfahren mit diesem Herennamen hatte. Von diesen Vorfahren lebten zur Zeit des Hl. Leopold die Herrn Adam, Ulrich und Tiemo. Im Traditionsbuch des Chorherrenstiftes Klosterneuburg scheint eine Reihe von nachkommen dieser Familie bis zum Jahre 1233 auf. Um diese Zeit dürfte die Familie Kierling verlassen haben.
Im Jahre 1233 siegelte noch ein Ulrich von Chirchling eine Urkunde, worin ein Kaplan die Erlaubnis erhielt, in der Kapelle zu Kierling gewisse `pfarrliche Gerechtsame´ auszuüben. Aus dieser Urkunde lässt sich aus den angehängten Siegel noch notdürftig das Wappen der Herren von Chirchlingen ablesen, das ein längliches Dreieck zeigt. 


Auszug aus dem Traditionsbuch des Stiftes Klosterneuburg mit der 1114 erstmals urkundlich erwähnten  Familie der Chirchlinge
 

Farben sind nicht zu erkennen. Die Umschrift lautet: `Sigillum Ulrici de Chirchling.´
Die Tatsache, dass einzelne Besitzteile Kielings an Wiener Juden verpfändet wurden, lässt die Vermutung zu, dass die Herren von Kierling öfters mit Geldschwierigkeiten kämpften. Im Laufe der Zeit verdarb die Mundart das alte `Chirchlingin´.
1449 wird noch ein Heinrich Wendthaymer zu `Kirchlingen´ genannt. Erst später erhielten wir das heutige `Kierling´.
In Urkunden des 15. Jahrhunderts ist die Rede von Kirchling im Hagental. Der in seinem natürlichen Verlauf bis heute erhaltene Kierlingbach hieß nämlich ursprünglich Hagenbach, während der heutige Hagenbach damals Kirchbach hieß.
Im 14. Jahrhundert erlosch das Geschlecht der Herren von Kierling, und die Kirche fiel, einem Vertrag zufolge, an Bischof Bernhard von Passau im Jahre 1311 bestätigte, dem Chorherrenstift Klosterneuburg zu, das die Kirche mit einem eiegenen Pfarrer besetzte. Die bestellten Pfarrer wohnten aber bis zum Jahre 1761 nicht in Kiertling, sondern wurden vom Stift aus betreut. In diesem Jahr schenkten Paul Griener und seine Gattin dem Stift ihr in Kierling gelegenes Haus und bestimmten es zur Wohnung des jeweiligen Pfarrers.

 
Von `Chirchlingin´ im Hagental bis Kierling

Der erste Pfarrer aus der Reihe der Klosterneuburger Chorherren war Matthäus Polzmann 1596. Der erste, der seit 1763 mit der Seelsorge von Kierling betraut wurde und in Kierling wohnte, hieß Ignaz Dauderlau, der später Stiftsbibliothekar wurde.

1914 wurde die mehr als 200 Jahre alte Kierlinger Kirche `St. Peter & Paul einer Generalsanierung im neuromanischen Stil unterzogen.
 
Bis zum Jahre 1773 übte er in Kierling seine pfarrlichen Rechte aus. Er ließ die eingefallene Kirche restaurieren, den Pfarrhof ausbessern,einen Brunnen graben und einen Teich anlegen. Die Reste der alten romanischen Kirche sind noch erhalten. Sie bilden heute die Seitenkapelle der neuen Pfarrkirche, die 1912 bis 1914 nach Plänen von Baurat Richard Jordan von den Stadtbaumeistern Anton Schäftner und Hans Flicker in neuromanischer Form errichtet wurde. Die Baukosten übernahm zur Gänze das Chorherrenstift.
Interessant ist, dass sich in Kierling Anhänger der Flagellanten befanden. Diese Sekte wurde von den Pröpsten Nikolaus II. und Rudwein von Knappen unterdrückt.
Die Herren von Meißau und von Plankenstein, das Stift Lilienfeld, das Bistum Wr. Neustadt und das Chorherrenstift Klosterneuburg sowie die Landesfürsten waren in Kierling durch Untertanen begütert.
Im Jahre 1413 wurde Kierling von Reinprecht von Wallsee zugunsten Albrechts V. eingenommen. Die Reformation fand ebenfalls in Kierling statt. Die Türkengreuel des Jahres 1683 sind zu den schweren Schicksalsschlägen Kierlings zu zählen. Kierling wurde in diesem Jahr, wie so viele Orte Niederösterreichs, von den Türken zerstört.
Natürlich haben auch die Weltkriege die Heimat nicht verschont. Besonders 1945 hatten die Kierlinger schwer zu leiden. Da beim Einmarsch der Besatzungsmacht ein russischer Offizier erschossen wurde, metzelten die Russen zur Vergeltung eine Reihe von Männern nieder. Am 8. Mai 1945 musste die Bevölkerung Kierling gänzlich räumen. Nur allmählich konnte unter großer Opferbereitschaft der Bevölkerung - der Ort wieder bewohnbar gemacht werden.
Nicht nur Kriegswirren und Unglücksfälle waren in Kierling im Laufe der Geschichte zu beobachten. Anstrengung und Leistung der Ortsbewohner, ihre Heimat zu bewahren und aufzubauen wurden stets belohnt. So war Kierling mit seinem noch heute größten Wald- und Grünlandanteil einer der bedeutendsten Luftkurorte Niederösterreichs.
Der Ort beherbergte auch berühmte Leute. Der Dichter Nikolaus Lenau wohnte 1839 bei seinem Schwager Anton Schurz im Hause Lenaugasse 10. Er dichtete damals einen Teil der `Albigenser´. Franz Kafka wohnte im Hause Hauptstraße 187- das damals eine private Lungenheilstätte war. Hier starb er auch am 3. Juni 1924.
Heute ist Kierling das beliebteste Wohn- und Erholungsgebiet der nahen Bundeshauptstadt Wien und als einer der ältesten Orte Niederösterreichs kann es in ausdrucksvoller Weise auf Schritt und Tritt von ihrer Vergangenheit erzählen.
 
NÖN   Klosterneuburg - Woche Nr. 22/ 1980   Seite 3    Bericht:  Herwig Irmler
So kam die Reblaus in die Babenbergerstadt
 
Der Handelsverkehr Klosterneuburg war in alter Zeit, als die Donau oder wenigstens ein schiffbarer Arm des Stromes knapp an seinen Mauern dahin floss, vor allem in seiner großen Weinproduktion begründet.
Die Weinausfuhr besorgten die Schifferinnungen an der Oberen Donau, dem Inn, der Salzach und später die Salzkammergutsalinen mit den bayrischen in erfolgreichen Wettbewerb traten, auch an der Traun, und zwar im Gegenzuge. Sie brachten Salz und Holz (insbesondere `Weinstöcke´) donauabwärts und transportierten den Wein stromaufwärts in die weinarmen Gegenden.
Die für den Weinbau so günstige Lage der Stadt lockte viele neue Ansiedler an. In guten Weinjahren musste Tag und Nacht gelesen werden, bis in den Spätherbst hinein. Der Weinbau nahm einen derartigen Umfang an, dass der Landesfürst wiederholt die Anlage neuer Weingärten, insbesondere auf Äckern und Weiden, untersagen musste, um einer Übererzeugung entgegenzuwirken. Es gab auch Jahre, in denen Weinmangel herrschte, woran nicht so sehr Missernten schuld trugen, als vielmehr der Umstand, dass Ausländer die Fechsung aufkauften.
Doch die goldenen Zeiten des Weinbaues nahmen ein Ende. Der Niedergang des Donauhandels, der auf die Verarmung des süddeutschen Absatzgebietes zurückzuführen war, hatte für Klosterneuburg nicht nur eine Abnahme des Wohlstandes, sondern auch eine Verminderung der Volkszahl zur Folge.
Die Stadt, die 1560 noch 400 Bürgerhäuser zählte, bestand 1660 nur mehr aus 215 Gebäuden, Kriege, Missjahre und Käfer verursachten in den Weingärten manigfachen Schaden und verminderten den Ertrag.
Auch war ein anderes Getränk aufgekommen, das Bier, das schließlich dem Wein den Rang ablief. Musste es doch sogar die Weinstadt Klosterneuburg erleben, dass zu Anfang des vorigen Jahrhunderts in seinen Mauern ein Brauhaus erstand, das es freilich nie zu Bedeutung brachte und schließlich Ende der siebziger Jahre des 19. Jahrhunderts `einging´. Die Klosterneuburger hatten das Sprüchlein geprägt: `Wer Bier trinkt, ist zum Wasser schöpfen zu faul´.
Im Jahre 1872 erfolgte der schwerste Schlag für den Weinbau. Die Klosterneuburger Wein- und Obstbauschule, gegründet 1860, heute `Höhere Lehranstalt für Wein- und Obstbau´, führte für ihren Versuchsweingarten Reben aus allen Ländern ein, darunter auch solche aus Amerika. Mit diesen wurde 1872 die Reblaus eingeführt, die bald verheerend um sich griff und den wirtschaftlichen Untergang zahlreicher Hauersfamilien zur Folge hatte. Es bedurfte vieljähriger wissenschaftlicher Arbeit und ungezählter Versuche, bis endlich für die wirksame Bekämpfung dieses Schädlings das richtige Mittel gefunden war, das im wesentlichen darin bestand, dass die der Reblaus unterliegenden einheimischen Reben auf widerstandsfähige amerikanische geprobt wurden.
Inzwischen verfielen zahlreiche Weingärten der Verbauung, aber die Südlagen, in denen ein köstlicher Tropfen reift, sind erhalten geblieben. Wem es nach echtem, prickelndem `Klosterneuburger´ gelüstet, der kehre getrost in einem der anheimelnden Hauerhäuser ein, wo ihm der `Buschen winkt´.
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NÖN   Klosterneuburg - Woche Nr. 4/ 1985   Seite 3     Bereicht: Herwig Irmler

Mit der Zahnradbahn auf den Kahlenberg
Der Wiener Techniker Ing. Carl Haader war damals, in der Hochblüte der Gründerzeit, von dem Plan des Schweizer Lokomotivenbauers Niklaus Riggenbach, der die erste Zahnradbahn Europas 1871 auf den Rigl baute, so begeistert, dass er bald Leute mit Geld, wie Arthur Mayer von Rußbach und Victor von Ofenheim, dazu gewinnen konnte, sich für den Bau einer Zahnradbahn auf den Kahlenberg einzusetzen.
Schließlich stimmte auch der Kaiser diesem Projekt zu. Am 10. August 1872 erteilte Franz Josef eine Konzession für diese Bahn auf den Wiener Hausberg. Zur Weltausstellung 1873 sollte die Bergbahn fertig gestellt sein. Schwierigkeiten bei der Grundeinlösung, die 500.000,- Gulden erforderte, schoben jedoch den Beginn der Arbeiten bis Mai 1873 hinaus. Dann schritt aber der Bau der zuerst 4,85, dann 5,45 Kilometer langen Bahnstrecke von Nußdorf über Grinzing und Krapfenwald gut voran. Am 7. März wurde die Zahnradbahn zur Benützung für den Personenverkehr freigegeben.
In den ersten beiden Betriebsjahren musste man sich damit abfinden, nicht direkt bis zum Gipfel gebracht werden zu können, denn die Drahtseilbahn-Gesellschaft, der das Kahlenberg-Hotel gehörte, hielt den Konkurrenten fern. Als sich finanzielle Schwierigkeiten einstellten, kaufte die Zahnradbahngesellschaft die Seilbahn samt Hotel auf und verlängerte ihre eigene Trasse um etwa 600 Meter bis zur Anhöhe. Technische Finessen brachten Sicherheit und Bequemlichkeit für den Fahrgast.
Da bei Zahnradbahnen das Bremsen wichtiger ist als der Antrieb, waren die Lokomotiven mit drei Bremsen ausgestattet. Die Personenwagen hatten nur auf einer Seite Türen, weil auch die Stationen nur auf einer Seite angeordnet waren. Große Öffnungen der Seitenwände brachten Luft und Sonne ins Wageninnere. Während im Sommer Plachen vor Regen schützten, wurden im Winter Fenster eingesetzt. Die Haizung beschränkte sich anfangs auf Wärmeflaschen, um die Jahrhundertwende erhielten die Wagen Dampfheizung.
Heftig bekam die Bahn die Nachwirkungen des Finanzkrachs von 1873 zu spüren, der die Verkehrsentwicklung hemmte. Die Verbindungen zu Stadt, Bahn und Schiff ließen zu wünschen übrig. Erst 1885 erhielt die Gesellschaft die Konzession für eine Tramwaylinie vom Schottentor zum Zahnradbahnhof, die als Pferde- und Dampftramway zur Talstation führte. An einem Elektrifizierungsprojekt zeigte sich die Bergbahngesellschaft zwar interessiert, doch der 1914 begonnene Krieg machte dieses Vorhaben zunichte.
Konnte während des Krieges der Berieb und die notwendige Wasserversorgung des Kahlenberges noch aufrecht erhalten werden, so war in der Folge der Verfall der Zahnradbahn nicht mehr aufzuhalten. Nach knapp 50jährigem Betrieb ließ die neu errichtete Höhenstraße, teilweise auf der Schienen-Trasse angelegt, die letzten Zeugen dieser romantischen Aufstiegshilfe zur Anhöhe des Kahlenberges verschwinden.
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Das historische Foto /                         
Vor 140 Jahren
- NÖN - Woche 47/1873 - Kultur  
Ähnliches Foto

















Damals konnte man noch mit der Drahtseilbahn auf den Leopoldsberg gelangen. Die Talstation stand 1971 noch an der Donauwarte. Etwa auf halbem Weg zwischen Kahlenbergerdorf und Klosterneuburg Weidling.
 Wich aber einer Straßenverbreiterung. Die Trasse verlief 725 Meter weit in zwei leichten, kaum merklichen Bögen zur Elisabeth-Höhe, nahe dem Sattel zwischen Kahlenberg und Leopoldsberg. Sie überwand dabei mit einer Steigung von durchschnittlich 34 Prozent einen Höhenunterschied von fast 300 Meter. Diese Anlage, die ihrer Zeit weit voraus war, stand nur drei Jahre in Betrieb und brachte es auf bloß 493 Betriebstage.   - Foto:
M. Frankenstein
Andere Tatsachen-Berichte sprechen davon, dass die Bergtrasse durch Wasser-Einbruch teilweise einstürzte - und dass das gesamte Metall-Aufkommen für die Waffenerzeugung während des 2. Weltkrieges verwendet wurde. Es wird zwar jetzt von einer möglichen Wiedererrichtung gesprochen, Geldmangel stellt aber einen Neubau weitgehend in Frage... H.I.
 
Bergbahnen in Wien
Teil 2 - Die Drahtseilbahn auf den Leopoldsberg

Berichterstattung: Franz Straka und Dipl.-Ing.(FH) Markus Müller
Zur Wiener Weltausstellung 1873 sollten zwei Bergbahnen die Besucher anlocken: Die Zahnradbahn von Nußdorf auf den Kahlenberg und die Drahtseilbahn, beginnend nahe dem Kahlenbergerdorf auf den Leopoldsberg. Am 16. Juni 1872 erteilte man die Konzession für den Bau einer Drahtseilbahn sowie für den Betrieb auf 30 Jahren. Dieses Vorhaben wurde seitens des Kaisers rasch genehmigt, trotz alledem dieses Projekt größtenteils Neuland war (zur damaligen Zeit existierte nur die „Ofener Seilbahn“ in Budapest auf dem Gebiet der Monarchie).
Am 16. Jänner 1873 übertrug man die Konzession an die österreichische Bergbahngesellschaft (Firmensitz in Wien, Franzensring Nr. 24), die es sich wiederum zur Aufgabe machte, weitere Bergbahnen zu errichten. Einige Monate vergingen und am 19. Juli 1873 trafen sich mehrere „k.k. Ober-Inspektoren“ mit den Vertretern der Bau-Union sowie der österr. Bergbahnen, worauf am 26. Juli 1873 die polizeilich-technische Prüfung mit positivem Bescheid erfolgte. Viele Besucher der Weltausstellung besichtigten ebenfalls die Bauarbeiten an der Bahn.
Die Wiener Bevölkerung sah diese Konstruktion jedoch als gefährlich an und war daher eher distanziert. Man nannte sie auch „Zuckerlbahn“, da sie vor dem Anhalten noch einen „Zucker“ (Ruck) machte. Bei der Eröffnung der Weltausstellung am 1. Mai 1873 war entgegen den ursprünglichen Pläne noch keine der Bahnen in Betrieb. Erst am 27. Juli 1873 nahm nur die Drahtseilbahn den Betrieb auf, wobei von 27.Juli bis 15. November 1873 bereits ca. 300.000 Personen befördert wurden.
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NÖN   Klosterneuburg - Woche Nr. 1.1./ 1984   Seite 3   Bericht: Herwig Irmler

Er war der Lehrer
Beethovens

In dem vom Wienerwald und Rebengeländen umkränzten Städtchen Klosterneuburg hat sich die Musik, besonders die für den Gottesdienst bestimmte, stets liebevoller Pflege erfreut.
An Festtagen besuchen hunderte von Fremden die Stiftskirche, um sich an weihevollem Orgelspiel und am Gesang zu erbauen.
Solch ein Sänger `zu Gottes Ehr´ war auch Johann Georg Albrechtsberger, geb. am 3. Feber 1736 als Sohn eines Bewohners der `Unteren Stadt´, in welchem Hause der Knabe das Licht der Welt erblickte, weiß man leider bis heute nicht. Lediglich der Taufakt von St. Martin erwähnt im Matrikenbuch, dass der Pate G. Fraunbäuml `Einhatzer (Heizer) im fürstlichen St. Leopoldi-Stift´ war. Mit sieben Jahren schon Sängerknabe, nahm sich später Pfarrer Leopold Pittner des begabten Klavie- und Orgelspiel sowie die Grundlagen der Musiklehre.
Es wird erzählt, dass der kleine Georg täglich das Klavichord mit sich ins Bett nahm, um darauf so lange zu üben, bis er einschlief. Pittner ließ für seinen Schützling auch eine kleine Orgel anfertigen. Mit 13 Jahren kam Albrechtsberger ans Stiftsgymnasium nach Melk.
Am Ostersonntag des Jahres 1764 hörte ihn der damalige Kaiser Josef II. beim Hochamt die Orgel spielen, ließ entzückt den Künstler rufen und forderte ihn auf, sich um die Hoforganistenstelle zu bewerben. Später erntete Albrechtsberger von Josefs Braut, Maria Josefa von Bayern, für ein vertontes Sinngedicht großes Lob. 1768 mit Rosina Weiß, Tochter eines Eggenburger Bildhauers, vermählt, entsprossen dieser überaus glücklichen Ehe neun Knaben und sechs Mädchen.
1770 bis 1967 dürfte der Künstler als Organist in Maria Taferl gewirkt haben. 1771 bildete er sich bei den Karmalitern in Wien weiter und lernte Haydn sowie Mozart kennen. Nach 20-jähriger Tätigkeit als Hoforganist wurde Albrechtsberger Domkapellmeister von St. Stefan. Neben dieser besonderen Berufung, die er bis zu seinem Tode ausübte, entfaltete er eine rege Lehrtätigkeit. Der berühmteste seiner zahlreichen und bekannten Schüler war Ludwig van Beethoven.
Seine ungefähr 300 der Nachwelt hinterlassenen Musik- und Klavierschulen sowie Spielwerke haben bleibenden Wert für jeden Musikliebhaber. Viele der bedeutenden Kirchenmusikkompositionen besitzt das Chorherrenstift Klosterneuburg. 1798 von der königlich schwedischen Akademie zum Ehrenmitglied ernannt, verstarb der große heimische Künstler am 7. März 1809.
Albrechtsberger, durch sein theoretisches Wirken Vorläufer der musikalischen Klassiker geworden, galt schon zu Lebzeiten, nach einem Urteil von Josef Haydn, als einer der besten Lehrer der Komposition.
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NÖN   Klosterneuburg - Woche Nr. 7.12./ 1986   Seite 3  Bericht:  Herwig Irmler

Eine Postkarte, die das Leben und das Ende des 19. Jahrhunderts darstellt, nach einem Gemälde von Robert Wosak. Der Eingang bei der Dreifaltigkeitssäule ist gut erkennbar. Eingang zum Tunnel oder ein Brunnen?
Am Stadtplatz befand sich die Anlage des ersten römischen Standlagers. Kaiser Vespasian belegte dieses wichtige Tor ins Hinterland mit Bergsoldaten.
 
Kreuzungspunkt der Wege der Händler...
Der älteste Teil Klosterneuburgs, der Stiftsbereich, liegt auf einem Stück Diluvialterrasse, das durch den Kierling- und Weidlingbach eine topographische Lage zeigt, die an die Gliederverhältnisse des alten Wien erinnert.
Der Siedlungskern knüpft sich hier und dort an die Ecklage zwischen zwei Steilufern, die sich rechtwinkelig verschneiden. In Klosterneuburg kommt dieses Bild durch den Schnittpunkt des Kierlingtales mit dem alten Stromlauf zustande. Astura und Vindobona, die Festung Neuburg und das babenbergische Wien wuchsen daher aus ähnlichen Bodenverhältnissen empor. Ein neues Stadt- und Landschaftsbild entstand, als der Stromstrich verlegt und schließlich die Regulierung zu einer Abdrängung der Hauptwassermasse von der Stadt führte. Längs des alten `Hufschlages´ zieht nun die Trasse der Franz-Josefs-Bahn.
Die Martinskirche, das alte Wahrzeichen der Donaufahrer, hat den ihr Bild habenden Vordergrund eingebüßt. Die Wasserzeile ist zur Bahngasse geworden, die steil ansteigende Fischergasse ist ihrem Element fern gerückt. Durch die Kierlingtalfurche zerfällt der Boden der Gesamtstadt in zwei Abschnitte, deren Häuserviertel seit langem im Volksmunde als die `Untere´ und `Obere Stadt´ unterschieden werden. Hinsichtlich der Höhenlage gehört ebensowohl der nördliche Abschnitt mit seinem Entwicklungszentrum, der Martinskirche, wie auch das Stiftsplateau demselben Terrassenniveau an. Die verbaute Terassenfläche wird insgesamt als `Hochstadt´ bezeichnet, die sich von der Niederstadt am Donausaum und den Ausweitungen am Kierling- und Weidlingtal unterscheidet.
Der alte Kern der Niederstadt wird vom malerischen `Niedermarkt´ und dem langgezogenen Rechteck des Stadtplatzes gebildet. Der Niedermarkt stellt gleichsam den gemeinsamen Flur des Doppelstadtbereiches dar. Die Lage der Hocchstadt auf den schmalen Terrassensäumen, die die Prallstellen von Greifenstein und vom Leopoldsberg zur natürlichen Wehr umgestalten, bedingen die militärische Geltung Klosterneuburgs als Römerkastell und als mittelalterliche Wegsperre.
Die strategische Stellung zog auch die Residenz des Landesfürsten an sich, war doch dessen Hauptaufgabe im Mittelalter die Sorge für die Landesverteidigung. Einer merkantilen Entwicklung setzte die Knappheit des Raumes Schranken. Der Ort hatte gewiss eine nicht ungünstige Verkehrslage. Hier traf der mittelalterliche West-Ost-Weg, der Limesstraße durch das Kierlingtal folgend, auf dem Strom. Als dann noch die Verkehrslinie aus dem Norden in den Süden längs des Westrandes der Wiener Bucht, der Ostsee-Adria-Weg (Venediger Straße) in Aufnahme kam, war Klosterneuburg Kreuzungspunkt der großen Verkehrsrichtungen.
Man muss sich vor Augen halten, dass der Nord-Süd-Verkehr vor der Errichtung der Wiener Donaubrücke fast zur Gänze zwischen Korneuburg und Klosterneuburg den Strom passierte. Wirtschaftlich war das weiträumige Korneuburg, gegenüber der eingezwängten Stadt am rechten Ufer, begünstigt. In der Stellung als Umschlag- und Überfuhrplätze konnten sich die beiden Neuburg noch lange halten.
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NÖN   Klosterneuburg - Woche Nr. 46 / 1986   Seite 3  Bericht: Herwig Irmler

Unterhaltung und gute Laune prägten den Leopolditag früherer Tage...
 
Flohzirkus war Attraktion des
Leopoldi-Festes im Mittelalter
Klosterneuburg,- `Leopoldi- ein geflügeltes Wort für den am 15.11. abgehaltenen Landesfeiertag zu Ehren des heiligen Leopold. Aus dem Mund der Kinder ertönt die Bezeichnung wie ein Freudenschrei. Schon lange vor dem Fest wird gespart. Tante und Onkel werden besucht, um ein paar Schilling für dieses doch seltene Vergnügen zu erbeten.
Im `Rausche´ der Festtage vergisst man heute, wann eigentlich der Leopoldi-Tag ist. Erlebt doch die Babenberger-Stadt Klosterneuburg dieses Spektakel fast eine Woche lang.
Ort des Geschehens ist der Rathausplatz. Im Mittelalter `auf dem Berg´, später `im  Großen´ oder einfach `Grätzl´ genannt, wickelte sich zu allen Zeiten Handel und Wandel auf diesem Platze ab. Die Grundlinien eines römischen Standlagers zeichnen sich heute noch ab. Die Via principalis sinistra, die Via dextra und die Via dacumana als markante römische Straßenzüge wollen an diesem Tage gar nicht gefunden werden. Der Grüne Buschen und der Duft gegrillter Hühner geben die Richtung an.
Die Kinder und Jugendlichen sind gut aufgehoben: Eingespannt in den modernen Vergnügungsmaschinen `Tagada´, `Twister´ oder `Round-up´ unterziehen sie sich einer freiwilligen Folter. Die Phantasie wird dabei wenig angestrengt - dafür wird aber der Magen oft über Gebühr beansprucht.
Das war nicht immer so. Das Rad der Zeit, um 50 Jahre zurückgedreht, ruft ein ganz anderes Erlebnis wach. Da wurde das Leopoldifest nur an dem einen Feiertag abgehalten. Für den Anstieg vom Bahnhof über die Hundskehle war es `Pflicht´, sich im Weinhaus Rippl, bekannt als `Häuserl am Fleck´, ein `gutes Tröpferl´ zu vergönnen.
Am Rathausplatz selbst empfing den Besucher die durchwegs `selbstgemachte´ gute Laune. Außer einem Ringelspiel gab´s da scheinbar wenig Vergnügen. Und dennoch: Unterhaltung und Spaß kannten keine Grenzen. Da konnte jeder um 10 g eine Tüte Koriandoli (Flitter) kaufen, die von den Kavalieren über die Mädchen geschüttelt wurden.
Zur `Züchtigung´ scheinbar unzähmbarer junger Damen eigneten sich `Schläge´ mit Papier. Bei der Mariensäule hatte der Flohzirkus seinen Stammplatz. Wie man Flöhe dressieren kann, dass sie sogar einen kleinen Wagen nach sich ziehen konnten, bleibt unvergessen. Hauptattraktion blieb natürlich das Fasslrutschen.
Immer wieder machte man die Runde um den Platz, vorbei an den Ständen mit Türkischem Honig, Kokoswurst und dem `Pfeiferlmann´. Tatsächlich, der Tag war kurz, aber er wurde genützt. Die Erinnerung blieb bis heute bestehen.
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NÖN   Klosterneuburg - 27.3.1986   Seite 3       Bericht:  Herwig Irmler

Die `Käferkreuz-Säule erinnert
an den Einfall der Heuschrecken

Klosterneuburg,- Am Rande der Babenbergerstadt, auf der Hochfläche des Hengsberges oder der sogenannten Türkenschanze, ragt eine schöne Steinsäule, weithin sichtbar, in die Lüfte.
Im Laufe der Jahre ist diese Säule ein Wahrzeichen Klosterneuburgs geworden und als `Käferkreuz´ weit und breit bekannt. Ausflügler, die den Weg an der Säule vorbei nach Hadersfeld nehmen, halten an ihrem Sockel Rast, bewundern  und genießen die schöne Fernsicht, das Panorama, welches sich hoch oben den Blicken bietet, lenken aber ihre Aufmerksamkeit auch der Säule zu.
Not und Elend vergangener Jahrhunderte ließen schließlich diese Säule entstehen. Oft trafen Fröste auf, die den Weingärten argen Schaden zufügten. Was oft die Arbeit eines ganzen Jahres schuf, war über Nacht vernichtet worden. Aber auch Heuschreckenschwärme vernichteten die Fluren. Die mühsame Arbeit des Landwirtes wurde so auch von den Käfern zerstört. Die Betroffenen wollten nun, ihren frommen Sinn bezeugend, zur dauernden Erinnerung an diese Unglücksfälle, zur immerwährenden Bitte an den Allmächtigen und zur ewigen Danksagung für die Hilfe in diesen Nöten ein sichtbares Zeichen ihres Vorhabens, ihrer
Frömmigkeit und ihres wahren Gottesglaubens errichtet.
Bestärkt wurden sie in der Ausführung ihres Willens, als im Jahre 1674 wieder Käfer in großen Scharen die Gelände verwüsteten. Die Bürger beschlossen die Errichtung einer Betsäule aus Stein. Wohltäter und sonstige `Liberalitäten´ wie es in der Legende am Säulenschafte heißt, brachten die Kosten hiefür auf, und alsbald legte man Hand ans Werk.
Der Meister der Säule ist unbekannt. Die Art und Weise der Ausführung weist aber auf Wolf Steinböck hin, einen Bildhauer, der damals in Rggenburg eine Werkstätte hatte. Steinböck verfertigte mehrere ähnliche Säulen. Es dürfte daher unzweifelhaft auch dieser Bildstock aus seiner Werkstatt stammen.
Am 2.7.1675 wurde die Säule anlässlich der ersten Prozession eingeweiht. Erst nachträglich wurde der Grund, an dem dieses Wahrzeichen steht, von Propst Bernahrd der Allgemeinheit gewidmet. Bekrönt von einer Muttergottesstatue die Himmelskönigin darstellend, stellt dieses Wahrzeichen in ihrem Kapitel die vier Pestheiligen: S.S. Josef, Leopold, Sebastian und Martin in plastischer Ausführung.
Die Türken ließen im Jahre 1683 die Säule unberührt, obwohl dort oben eine türkische Batterie stand. Von dort aus wurde die Untere Stadt in Brand geschossen. Was an der Säule die Türken nicht zerstörten, was die Zahl der Zeit an ihr nicht abzunagen vermochte, das brachten `Vandalen´ des Jahres 1919 zusammen. Die Säule, ein Markstein vergangener Jahrhunderte, wurde damals in abscheulicher Weise zerstört. Der Marienstatue war der Kopf abgeschlagen, das Jesukind fehlte gänzlich. In unbürokratischer Weise gelang es mit vereinten Kräften im Jahre 1925, noch vor der 250-Jahr-Feier, den Schaden wieder gutzumachen.
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NÖN   Klosterneuburg -Woche Nr. 46  1986   Seite 3    Bericht: Herwig Irmler
Sommeruniversität: Neue
Ideen für Klosterneuburg

Klosterneuburg,- Anlässlich des Klosterneuburger Kulturgespräches 1986 präsentierte ÖVP-Abg. Dr. Josef Höchtl unter dem Motto `Mut zu neuen Ideen´ den konkreten Vorschlag, ein Projekt `Sommeruniversität Klosterneuburg´ entstehen zu lassen. Die kulturelle Zukunft der Babenbergerstadt zwischen Wien und St. Pölten soll damit aufgewertet werden.
Das Ziel ist die Errichtung einer kulturellen Institution, die auf den personellen, historischen, geographischen, wirtschaftlichen, wissenschaftlichen und kulturellen Möglichkeiten aufbaut und diese zu einer Symbiose in einer zukünftigen Entwicklung vereint. `Dies würde eine internationale und nationale Ausstrahlung Klosterneuburgs bewirken´, sagte Höchtl.
Das inhaltliche Angebot soll über Sprachkurse, Zivilisation, Geschichte und Geographie Österreichs bis zur Kunstpräsentation (z.B. Literatur und Musik) reichen. Höchtl: Aus einem unerschöpflichen personellen Reservoir kann Klosterneuburg mit ihren vorhandenen und entwickelbaren kulturellen und wissenschaftlichen Vereinigungen einen Beitrag leisten.´
Die Stadt verfüge über viele begabte Künstler und Wissenschaftler in allen gesellschaftlichen Teilbereichen, wie Wirtschaft, Journalismus und Politik, die alle ihre spezifischen Möglichkeiten zum Gelingen des Projektes einsetzen können. Auch die kurze Entfernung zu den Universitäten und Kunsthochschulen Wiens, bieten eine einmalige Nutzungschance. Die Räumlichkeiten des Chorherrenstiftes, des Bundesgymnasiums, der Höheren Bundeslehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau, sowie private Betriebe würden die technische Durchführbarkeit garantieren.
Dr. Höchtl betonte, dass dieses Projekt nur dann verwirklichbar sei, wenn alle positiv eingestellten Kräfte der Stadt daran mitwirken.
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NÖN   Klosterneuburg -Woche Nr. 33  1987   Seite 3   
Als die Rute in den Schulen
noch gebräuchlich war
...

Die Kinder lernten in der Schule lateinisch und deutsch schreiben, syllabieren und lesen. Wie es in einer Tullner Verordnung aus dem Jahre 1613 zu lesen steht. Im Jahre 1670 war als Lehrziel ausdrücklich das Abfassen von Briefen genannt, während Singen, Rechnen und Latein nur gegen erhöhtes Schulgeld gelehrt wurde.
Zur Zeit der Reformation legten die Eltern wenig Wert auf das Erlernen der lateinischen Sprache. Daher kam es zur Einrichtung sogenannter `Winkelschulen´, die das Einkommen des Schulmeisters schmälerte und so von ihm schärfstens verfolgt wurde.
1553 bewilligte der Rat die Niederlassung eines deutschen Schulmeisters. Als erster kam ein gewisser Josef Ortmann nach Tulln, es wurde ihm aber aufgetragen, dem Stadtschreiber in die Schreiberei für private Leute keinen Eingriff zu tun. Im Jahre 1563 stellte der Schulmeister den Betrieb in seiner Schule ein, um gegen die Einrichtung der deutschen Schule zu protestieren. Sie wurde aber nicht abgeschafft. Mit der Begründung, dass eine solche Schule auch in anderen Städten existiere. Gegen die Winkelschulen schritt der Rat mehrmals ein. Diese Schulen waren meist in Hinterhöfen von Gewerbetreibenden der Stadt errichtet worden.
Human wandte sich der Rat 1579 gegen die Überschreitung der körperlichen Züchtigung und verbot das Schlagen auf den Kopf, das Reiben und Schnellen der Ohren und gestattete nur den Gebrauch der Rute wie gebührlich und üblich.
 
Wir müssen aber auch nicht so weit zurückblättern, um damals übliche `Erziehungs- bezw. Züchtigungsmethoden´ als übliche und vom Lehrer oder der Lehrerin als notwendige Besserungserkenntnis kennen zu lernen. Im Alter von sechs Jahren, also 1946, hat jedenfalls für mich der Schul-Alltag begonnen. In der steirischen Ortschaft Tauplitz, im steirischen Salzkammergut. Die einklassige Volksschule wurde von meiner Tante `Luise´ geführt. Das bedeutete aber nicht, dass ich mit Privilegien oder Schonung von damals üblichen Erziehungsmethoden bevorzugt wurde. Nein. Es ging insbesondere darum, dem Schüler nahe zu bringen, und ihm zu erklären, dass er neben den Anweisungen der Eltern, auch der Pflichterfüllung von Lehrern und Lehrerinnen uneingeschränkt nachzukommen hat. Natürlich waren die Lehr- und Erziehungsaufgaben der Lehrkräfte nicht einfach. Allein die Tatsache, dass die Tauplitzer Volksschule nur aus einem Unterrichtsraum bestand, in dem die erste, zweite, dritte und vierte Klasse von einer Lehrerin gleichzeitig unterrichtet wurde, grenzt allein schon an ein Wunder. Umso mehr, wenn man weiß, dass in diesem `Vielseitigkeits-Klassenzimmer´ noch ein besonderes Kind dem Unterricht folgen musste. Ein Kind, das einfach nie in eine nächst höhere Klasse aufstieg, sondern vier Jahre lang - immer wieder die Ausbildung der `Taferlklasse´ wiederholen musste. Dass da Disziplin vorherrschen musste, ist verständlich. Für die Kinder aber nicht immer zwingend zu erkennen und auch nicht zu verstehen. Nicht zuletzt konnte sich die Lehrerin oft auch nur durch den Einsatz von Straf-Maßnahmen- Ordnung verschaffen.  Zum Beispiel durch `Scheiter knien´. Unfolgsame Kinder müssen auf scharfkantigen Holz-Scheitern knien, die zum Beheizen des Schul-Raumes vorgesehen waren. Oder: Die Lehrkraft schlägt mit einem schmalen Holzstab über die Rückseite beider Hände, die auf dem Schultisch aufgebreitet liegen müssen.
Auch das mussten `unfolgsame Kinder´ ertragen und erdulden. Unser Sportlehrer unternahm mit unserer Schulklasse einen Lehrausgang in die der Schule grenzende Wald- und Almregion. Das Verbot des Lehrers, uns Kinder unerlaubt zu entfernen, nahmen zwei meiner Freunde und ich nicht so ernst, da wir einige `Petergstamm´ (seltene, geschützte Berg-Blumen) sammeln wollten und uns daher von der Gruppe etwas entfernten. Diese Unfolgsamkeit bekamen wir dann überdeutlich zu `spüren´. Der Lehrer zog uns mit seinem Leder-Gürtel jeweils 25 Hiebe über unser gebeugtes Gesäß, so dass wir einige Tage kaum gehen konnten... 
H.I.
Die Höhepunkte des Schullebens bildete zur damaligen Zeit die Aufführung der `Comödien´. Anlässlich solcher Aufführungen konnte es geschehen, dass der Schulmeister als Belohnung für eine besonders gelungene Aufführung einer `Comödie´ eine Belohnung erhielt. Nach und nach kamen auch Kinder aus den Nachbarorten nach Tulln, um hier die Schule zu besuchen, `damit sie nicht müßig in den Gassen herumlaufen´. Die allgemeine Schulpflicht wurde aber erst mit Maria Theresia eingeführt und in Tulln im Jahre 1782 vom Magistrat feierlich verkündet.
Der Schulbesuch war Kindern armer Eltern damals kaum möglich. Besonders die Schulbücher stellten für die Eltern oft eine unzumutbare finanzielle Belastung dar. Um armen Kindern doch den Schulbesuch zu ermöglichen, wurden für sie die Lehrbücher von St. Anna in Wien von Stadt wegen angekauft. Für die Beschaffung von Schulbüchern spendeten immer wieder Bürger der Stadt. Es gab aber auch eine Stiftung, die von Michael Wachberger eingerichtet wurde, und sogenannte Schulbesuchsprämien von vier, drei und zwei  Gulden verteilte. Über diese Verteilung wachte eine siebenköpfige Kommission. Die Prämien wurden an die Lehrer ausgegeben, der für drei bedürftige Schüler, Schuhe, Strümpfe und Wintersachen zu kaufen hatte und sie öffentlich vor der Klasse verteilen musste.
Diese segensreiche Einrichtung bestand von 1843 bis 1938 und wurde durch Spenden der Stadt und reicher Bürger ständig vermehrt.

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NÖN   Klosterneuburg -Woche Nr. 33  1986   Seite 3   
600 Gulden für die hohen Landesschulden

Abdruck des ältesten Stadtsiegels der Stadt Klosterneuburg, wie es im 15. Jahrhundert verwendet wurde.

Im Jahre 1440 wurde der Habsburger Herzog Friedrich V., Sohn eines steirischen Herzogs, zum deutschen König gewählt. Er trat damit die Nachfolge des tatkräftigen Albrecht V. an, dem nach seinem Tod ein Sohn geboren wurde, der den Namen Ladislaus Posthumus (=der Nachgeborene) erhielt. Zu seinem Vormund wurde Herzog Friedrich bestimmt.
Friedrich, als deutscher Kaiser der III. dieses Namens, übernahm die Regentschaft in einer politisch bewegten Zeit.
Im Deutschen Reich hatte die Königswürde kaum noch Gewicht. Jeder bekämpfte jeden. Diesen Fehden stand Friedrich, ein tatenscheuer Zauderer, hilflos gegenüber.
Von diesem Klima wurde natürlich auch die Geschichte Klosterneuburgs bestimmt. Im Interesse der Bürger hatte die Stadt alle für das Land wichtigen Entscheidungen mitzutragen. Es war nicht möglich, sich aus dem turbulenten Geschehen herauszuhalten. Durch seine Lage an der Donau und die Nähe Wiens kam Klosterneuburg wichtige strategische Bedeutung zu. Um die hohen Landesschulden zu tilgen, erklärten sich 1442 auf dem Landtag in Krems die Stände bereit, bestimmte Summen zu übernehmen. Klosterneuburg musste 600 Gulden berappen. Wohl wurde unserer Stadt von den ständigen Kleinkriegen und Plünderungen nicht direkt betroffen, doch litt der Wohlstand unter den Umtrieben böhmischer, mährischer, ungarischer aber auch einheimischer Banden. Es war den Stadtvätern jedoch immer möglich, die fälligen Abgaben an den Landesherrn zu begleichen.
Der schwache König konnte die Bildung einer Opposition nicht verhindern, an deren Spitze sich Ulrich von Eyczing stellte. Dieser forderte anlässlich eines Landtages in Wien- aus politischen Gründen- die Herausgabe des jugendlichen Ladislaus Postumus.
Die Städte Krems, Stein, Korneuburg, Klosterneuburg und Tulln sandten einen gemeinsamen Absagebrief an den König. Diesem gelang es jedoch, den Papst auf seine Seite zu bringen und die Verbündeten wurden
 in einer Bulle vom 4. April 1452- Klosterneuburg ist namentlich erwähnt!- mit dem Kirchenbann bedroht. Als erster und einziger Habsburger empfing Friedrich in diesem Jahr die Kaiserkrone aus den Händen des Papstes.
Dennoch gingen die Pläne Friedrichs nicht auf. Er musste den Knaben Ladislaus Postumus aus seinem Verantwortungsbereich entlassen und konnte nicht verhindern, dass dieser in Prag zum König von Böhmen gekrönt wurde. Der junge König verlieh in seiner kurzen Regierungszeit Klosterneuburg 1453 einen Jahrmarkt und bestätigte bzw. erweiterte die Freiheiten der Stadt. Im Alter von achtzehn Jahren starb König Ladislaus Postumus. Über die Todesursache gibt es nur Vermutungen -  wahrscheinlich fiel er der Beulenpest zum Opfer.
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NÖN   Klosterneuburg -Woche Nr. 12  1987   Seite 3    Bericht: Herwig Irmler
Als das Rathaus zu klein wurde...


Das Rathaus vor dem Umbau - durch Baumeister Johann Passini
 
Der große Platz inmitten der sogenannten `Oberen Stadt´ in Klosterneuburg, der Rathausplatz, zeigt in seinen Grundlinien noch heute überraschend genau die Anlage und den Straßenzug eines römischen Standlagers. Als wichtiger Durchzugs- und Lagerplatz gewann er immer mehr an Bedeutung.
Hoch gelegen, hieß dieser Platz im Mittelalter `auf dem Perg´. Handel und Wandel wickelten sich zu allen Zeiten auf diesem Fleck ab, und die Kaufleute siedelten sich gerne dort an.
Schon 1512 sind urkundlich `12 Fleischpenkh pey dem Rathaws, nachgewiesen. Diese waren dem Stifte der Stadt dienstbar.
Als im Jahre 1298 die Scheidung zwischen Neuburg-markthalben und Neuburg- klosterhalben stattfand, war es selbstverständlich, dass sich auch am rechten Ufer der Donau die Siedlung erweiterte und diese einen Marktplatz und ein Rathaus erhielt.
Im 16. Jahrhundert ist eine `Stadtschranne´ urkundlich erwähnt. Ein Zeichen, dass schon damals ein Rathaus bestand. Der heutige Bau ist natürlich nicht mehr der aus vergangenen Jahrhunderten: Das um 1683 genannte `gemaine Stadthaws´ dürfte mit dem heute noch bestehenden identisch sein. Bis 1875 blieb das Gebäude einstöckig.
Neben `Fleischpenky, Protpenky und Kässtecher´ amtierte in diesem Hause auch der Stadtrichter. Ein solcher erhielt als Amtsentschädigung die volle Steuerfreiheit während seiner Amtsdauer und 32 Pfund Pfennige. Im 16. Jahrhundert erhielt er jährlich 60 fl.- dazu das Erträgnis der Mehlkammer, einen Teil der Sterbe-, Signal- und Hausierertaxen, sowie das Standgeld der Jahrmärkte. Dafür musste er aber die `Malifiz-Personen´ (Polizei) und wahrscheinlich auch die Delinquenten unterhalten.
Das Rathaus hatte an der Hauptfront einen eingedeckten Vorplatz, zu dem eine zweiarmige Stiege hinauf führte. Von diesem Vorplatze dürften wohl die `Delinquenten´ dem neugierigen Publikum gezeigt worden sein. Der Pranger stand an anderer Stelle. Der alte Barockbau mit seinen schweren Eisengittern vor den Fenstern und dem gotischen Kern im Inneren wurde bald zu klein. Man beschloss im Jahre 1875 den Aufbau eines zweiten Stockwerkes. Die Pläne dazu verfasste der Ingenieur und Baumeister Josef Michel. Die Bauarbeiten wurden vom Stadtmaurermeister Johann Passini sen. durchgeführt. Die Baukosten betrugen 11.000,- Gulden.
Als Zeuge längst vergangener Tage hängt an der mit hübschem Stuck verzierte Decke der Eingangshalle die alte eiserne `Prangerkugel´. Das letzte Zeichen der städtischen Gerichtsbarkeit.
Noch heute ist das Stadtarchiv mit Zunftfahnen, Urkunden, Siegel und Römerfunden im Rathaus untergebracht. Das Stadtmuseum erhielt jedoch seine `neue Heimat´ in der Rostockvilla.
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NÖN  Woche Nr. 17 / 1987  Klosterneuburg  Seite 3 Text: Herwig Irmler 
380 Personen fordern nun
eine Ampel über die B 14


Verhandlung für die Errichtung eines Fahrbahnteilers an der Kierlinger B14 -im Bereich von Kindergarten und Volksschule. Das Planvorhaben von Prof. Dr. Knoflacher birgt auch Nachteile. `Es gibt keine ungehinderte Freifahrt´. Ohne Ampel-Anlage ist die Querung einer Fahrbahn nicht ungefährlich.
v
Stadt der heutigen `Blauen-Apotheke war früher ein ^ Kaffeehaus. Der Fahrbahnteiler hat sich nicht bewährt. Erst die Ampel brachte Sicherheit.


Kaum wurde der Fahrbahnteiler auf der B 14 vor der Volksschule seiner Bestimmung übergeben, gab es bereits einen Unfall. Ein Gendarmeriebeamter dazu:  `Jedes Hindernis, auch wenn es der Verkehrsberuhigung dient, birgt Gefahren für die Verkehrsteilnehmer. Die Fußgänger müssen auf den gewohnten Vorrang verzichten. Einer Lichtsignalregelung kann laut amtlicher Auskunft nicht entsprochen werden. - Vermutlich deshalb, weil die Gemeinde den `Sparstift´ aufrecht halten will...


Unterschriftenaktion beweist:
Kierling,- Eine Ampelanlage in Verbindung mit dem bestehenden Schutzweg über die B14 soll bei der Volksschule installiert werden. Mindestens ein weiterer Zebrastreifen soll bei der neuen Billa-Filiale den Fußgängern das Überqueren des Hauptverkehrsweges zwischen Tulln und Wien erleichtern. Das jedenfalls ist der einhellige Wunsch der Bevölkerung.
Die NÖN versucht, diesem Verlangen zum Durchbruch zu verhelfen (Ausgabe Nr. 10 und 11/ 1987). Die Unterschriftenaktion für eine derartige Maßnahme wurde vorläufig abgeschlossen. 380 Personen gaben schriftlich ihr Ja zur Ampel.
Aber schon mit 342 Unterschriften konnte durch einen politischen Bürgervertreter (Stadt- oder Gemeinderat) ein Antrag an das beschließende Parteien-Gremium gestellt werden. Dies wird der zweite Schritt der NÖN sein. Das Gemeindeparlament soll sich mit diesem `Volksbegehren´ auseinandersetzen und nötigenfalls bei der zuständigen Landesbehörde einen Antrag auf Ausführung dieser baulichen Maßnahme stellen.
Dem bisher mehrfach gestellten Antrag auf eine Druckampel wurden Gegenargumente aufgezählt:
* eine Ampelanlage sei zu teuer,
* die Schulkinder werden von Gendarmen oder Lehrern über
   die Straße geführt.

*
der Verkehrsfluss würde gehemmt.
Gerade letzteres Argument wird aber mit dem von Prof. Knoflacher erstellten Verkehrskonzept aufgehoben. Hier wird ganz deutlich vom Vorrang der Fußgänger gegenüber dem Autofahrer und von verkehrsberuhigenden Maßnahmen gesprochen. Noch immer ist aber die Landesregierung davon überzeugt, dass nach dem Gesichtspunkt der Verkehrsflüssigkeit keine unzumutbaren Wartezeiten auftreten dürfen. Dipl.-Ing. Nachtigal, Referat B4: `Die Errichtung einer Lichtsignalanlage ist auch nach der Zahl der bereits erfolgten Unfälle sowie der Fußgänger- und Autofreguenz pro Stunde, der Straßenbreite und der gefahrenen Geschwindigkeit abhängig´.
Diese Daten werden in Diagrammform der Untersuchung zugrunde liegen. Außerdem muss noch eine Verkehrszählung und Begehung einer endgültigen Entscheidung vorausgehen.
 
15n letztes Presse-Gespräch mit einer unumgänglichen Entscheidung unternahm der Stadt-Bürgermeister Dr. Gottfried Schuh in einem Telefon-Gespräch mit dem Journalisten Herwig Irmler - wie folgt: `Was machen wir jetzt mit der B14- Übergangslösung bei der Kierlinger Schule?´ Irmler: `Ich erkenne nur eine Entscheidungs-Möglichkeit. Wir müssen eine Ampelregelung installieren.´ Schuh: `Also gut´. Dann machen wir das jetzt. Aber ich sag dir auch. Wenn du dann nochmals mit einer Plan-Idee kommst, ist Schluss mit weiteren Änderungen.´ Irmler: `Wenn Du das jetzt veranlasst, ist alles in Ordnung. Das selbe gilt für weitere, derartige Initiativen. Eine Übergangs-Personensicherung kann an der B14  nur durch Ampel-Einrichtungen erreicht werden!´
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* Bunt gemischt im Bilderschmuck   
Die trüben Tage in der Landes-Nerfenklinik
Landesnervenheilanstalt Ma. Gugging
 
Wikipedia
Das Landeskrankenhaus für Psychiatrie und Neurologie in Gugging wurde 1885 gegründet.
Während der nationalsozialistischen Herrschaft wurden in der Anstalt Menschen, die von den Nationalsozialisten als "unwertes Leben" angesehen wurden, im Rahmen der
Aktion T4 ermordet. Ab 1943 wurden über 330 Menschen, darunter wahrscheinlich auch Jugendliche und Kinder, getötet, wobei der Anstaltsleiter Emil Gelny (1890-1961) die Patienten mit Medikamenten vergiftete oder mit einem eigens von ihm konstruierten Apparat mit Starkstrom tötete. Weitere 600 Patienten der Anstalt sind zum Schloss Hartheim bei Linz überstellt und dort vergast worden.
In den letzten Kriegsmonaten 1944/45 wurde Gugging als Dependance des Wiener Wilhelminen-Spitals genutzt. Eine Kinderabteilung wurde von Zischinsky geleitet. Frau Luitgard Konrad-Billroth und geistliche Schwestern betreuten dort u.a. die aus Wien überstellten Kinder.
Am 14. Juli 1947 verurteilte das Volksgericht Wien (Aktenzahl Vg 11h Vr 455/46) im „Gelny-Prozess“ vier Krankenschwestern und fünf Pfleger wegen Beihilfe zum Mord in den Heil- und Pflegeanstalten Gugging und Mauer-Öhling zu teils hohen Haftstrafen. Emil Gelny konnte sich nach dem Krieg den österreichischen Gerichten durch Flucht entziehen.
Mitte der 1970er Jahre regte der damalige Direktor Alois Marksteiner umfassende und maßgebende Psychiatriereformen an. Seinem Engagement war auch die Einrichtung des Künstler-Pavillons 1981 zu verdanken.
2007 wurde die Landesnervenklinik Gugging aufgelöst. Auf ihrem Gelände sind heute das Art/Brut Center Gugging und das
Institute of Science and Technology Austria ansässig.
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* ORF / Wikipedia  / APA   IM BLICK ZURÜCK...
"Gugging" sperrt am Samstag zu
Redaktion
30. September 2007, 18:53

Die Patienten der Landesnervenklinik werden nach Tulln und Baden übersiedelt - Auf dem Areal wird Platz für die Elite-Uni gemacht.

Klosterneuburg - Die vor mehr als 120 Jahren als
"NÖ Landes Anstaltsfiliale Kierling-Gugging" eröffnete Landesnervenklinik in der Klosterneuburger Katastral-Gemeinde Maria Gugging schließt am Samstag für immer ihre Pforten. Etwa 150 neurologische und psychiatrische Patienten werden an diesem Tag mit Unterstützung des Roten Kreuzes nach Tulln und Baden übersiedelt. Auf dem bisherigen Anstaltsareal entsteht die Eliteuni des "Institute for Science and Technology Austria" (I.S.T. Austria).

Wie der ORF am Donnerstag in seiner Online-Ausgabe berichtet, gibt es für die Schließung der Anstalt mehrere Gründe: Der neue Psychiatrieplan sieht vor, dass derartige Stationen künftig an ein normales Akutkrankenhaus angeschlossen sind, so können zum Beispiel internistische Untersuchungen problemloser durchgeführt werden. Außerdem bleibt den Patienten ihr soziales Umfeld erhalten.

* Rotes Kreuz unterstützt
Unterstützung bei der Übersiedlung gibt es vom Roten Kreuz, das am Samstag für den Transport von rund 80 Personen etwa 50 Sanitäter aus den Bezirken Tulln, Wien-Umgebung und Baden, 16 Krankentransport- und zwei Notarztwägen aufbieten wird. Etwa ebenso viele Patienten werden außerdem mit Autobussen übersiedelt.
Auf dem Noch-Anstalts-Gelände befinden sich 30 zum Teil architektonisch wertvolle Bauwerke. Einige Objekte werden abgerissen, andere - wie das 1895 erbaute Zentralgebäude - für den universitären Betrieb adaptiert. Bestehenbleiben werden auch die - renovierte - jugendstilartige Kirche mit modernem Altar und selbstverständlich das "Haus der Künstler". Seit mehr als einem Jahr ist auf dem Areal außerdem das "Museum Gugging - Art/Brut Center" beheimatet. (APA/red)

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* NACHRUF
Eine, bisher unbeantwortete Frage betrifft - nicht zuletzt - die
Vernichtung des völlig intakt gewesenen hier gezeigten, ehemaligen Institutsgebäudes, das sogar als "denkmalschutzwürdig" anzuerkennen gewesen war...
Die folgenden Bilder- ohne Worte. Mehr auf
 Tatsachen 32 



Am Ende dieses denkmalwürdigen Hauses, errichtet vom Land NÖ - nicht zuletzt auch mit meinen und `Ihren´ Steuergeldern, schlummert jetzt unter dieser Park-Zone...

Die ehemals `Psychiatrische Aufnahmeabteilung´ in Maria Gugging

               Stadtbild    31